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Mit Owen Pallett & Stargaze, Isolation Berlin, u.v.m.

Reeperbahn Festival 2017

Hamburg war einmal Deutschlands Musikhauptstadt. War? Bevor wir uns streiten: An diesem Wochenende im September gibt es da keine zweite Meinung. Das Reeperbahn Festival ist das beste Schaulaufen junger MusikerInnen und Bands des ganzen Landes.
Geschrieben am
Eine Hafenstadt ist naturgemäß immer offen für neue Ideen. Man muss schließlich umgehen können mit was immer da anlandet und ist andererseits auch gewohnt, dass immer ein frischer Wind weht. Gleichzeitig ist man hier handfest und fackelt nicht lange. Matrosen haben nicht viel Zeit und wollen ihre Heuer verjubeln, bevor der Kahn wieder ausläuft. Aus dem Grund ist die Reeperbahn der perfekte Ort für ein Musik-Speed-Dating. Clubs und Bars sind derart dicht gedrängt, dass man beim Rausfallen aus der einen Tür schon in die nächste reinfällt. Und was nicht Bühne ist, ist Ausstellungsraum, Podium für Diskussionen oder Theater für die eine oder andere Show. 

Im Imperial Theater werden normalerweise Krimis auf die Bühne gebracht. Die Lichtreklame und die Aufmachung locken stilecht mit dem klassischen Charme der 60er-Jahre, der Zeit von Edgar Wallace & Co. Dort wird der unabhängige Festival-Award »Der Helga!®« vergeben, bei dem die Freiluft-Szene gleichzeitig das Saisonende feiert und noch einmal die wichtigsten Themen und Ereignisse Revue passieren lässt. Ein paar Meter weiter feiern dann der Verein unabhängiger Musikunternehmen in Schmidts Tivoli die Indie Awards – zu dieser Zeit des Jahres ist einfach jeder in Hamburg, der sich leidenschaftlich mit Musik befasst.

Und wie immer hat das Reeperbahn Festival ein Partnerland, dem besonderer Raum gegeben wird, das zu Empfängen lädt und möglichst vielen Bands die Gelegenheit gibt, sich live zu präsentieren. Kanada ist Partner in diesem Jahr und feiert gleichzeitig seinen 150. Geburtstag. 26 kanadische Acts werden im Zuge dessen auftreten, und nicht alle davon sind Newcomer. Als besonderes Highlight spielt Owen Pallett mit dem Stargaze-Orchester am Festival-Samstag in der noch nach frischem Parkett-Lack duftenden Elbphilharmonie.

Und auch ein Kunstprogramm wird es wieder geben, das nicht artig in irgendeiner ihm zugewiesenen Ecke wartet, sondern einfach die ganze Stadt kapert – sei es als Performance an Orten wie Bars, Garagen und Tennisplätzen oder als Störung des Stadtbildes auf Brücken, Dächern und Bäumen. Es lohnt in jedem Fall, neben den Ohren auch die Augen offen zu halten. Auch Lesebühnen wird es wieder geben, samt natürlich den Lesenden, und zwar sowohl Pop-Intellektuellen wie Roger Behrens als auch Musikern wie Tobias Bamborschke. Der Sänger und Gitarrist von Isolation Berlin wird mit seinem Gedichtband »Gedichte, Gedanken und Spelunken« anreisen.

Bei einem derartigen Programm darf natürlich auch das Essen nicht zu kurz kommen, und so kommt es beim Format Cooking Con Concert zu einer Uraufführung à la carte, bei der Produzent Matthias Arfmann die Hack- und Brutzelgeräusche von Koch Stevan Paul live mit dem Turtle Bay Country Club in die begleitende Musik mixt. Special Guest dieser Show ist Funkproduzent Tony Cook – einst Drummer für James Brown.

Wenn diese ganze wilde Posse am Sonntag dann ihre Sachen packt und sämtliche Freaks von außerhalb die Hamburger Freaks wieder allein lassen, gucken alle ganz traurig in ihr Fischbrötchen, das die einen sich zum Abschied und die anderen aus Routine gekauft haben. Denn das Reeperbahn Festival, darin sind sich alle einig, ist jedes Jahr aufs Neue eine ganz besondere Zusammenkunft von Klängen, Gesprächen und Ideen, die man nur widerwillig verlässt und von denen man immer wieder lange glücklich zehren kann. 
In einem Interview erzählte Reeperbahn-Festival-Chef Alex Schulz dem Festivalguide von der Elbphilharmonie als neuer Spielstätte und den diesjährigen neuen Programmpunkten in den Bereichen Film und 360-Grad-Show. Nachzulesen auf www.festivalguide.de.
Juni 2018 23

23.06.2018
20.–23.09. Hamburg § Adna, Adulescens, Alice Merton, All Them Witches, All We Are, Amadou & Mariam, Arcane Roots, Ary, Astronautalis, Ätna, Banfi, Barbagallo, Beans On Toast, Beth Ditto, Betsy, Boiband, Brutus, Candelilla, Charlie Cunningham, Childhood, Clap Your Hands Say Yeah, Current Swell, Dangers Of The Sea, Dillon, DiscoCtrl, Dispatch, Dream Wife, Egopusher, Ella Eyre, Everything Everything, Faber, Farewell Dear Ghost, Fayzen, Fazerdaze, Findlay, Fink, Friends Of Gas, HEIM, Ilgen-Nur, Inheaven, Isaac Gracie, Isolation Berlin, J. Bernardt, Jane Weaver, Johnnyswim, Jordan Klassen, Kalipo, Kat Frankie, Kraków Loves Adana, Leoniden, Let’s Eat Grandma, Levent, Life, Lisa Mitchell, Lisa Who, Loney Dear, Love A, Lùisa, Lygo, Matthew And The Atlas, Mauno, Mavi Phoenix, Maxïmo Park, Meute, Millionaire, Mise En Scene, Mogli, Moop Mama, Nadine Shah, Newton Faulkner, Nothing But Thieves, Novo Amor, Omar Souleyman, Oscar & The Wolf, Otzeki, Owen Pallett & Stargaze, Pabst, Portugal.The Man, Rhys Lewis, Skinny Lister, Sløtface, Sólstafir, Songhoy Blues, Suff Daddy & The Lunch Birds, The Amazons, The Districts, The Drums, This Is The Kit, Timber Timbre, Tinpan Orange, Tom Grennan, Vök, Waxahatchee, Welshly Arms, White Wine, Wucan, Yasmine Hamdan, Youngblood, Zeal & Ardor, Zugezogen Maskulin u. v. a.

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