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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Halbzeit in Tokio: Die Top 10 der ersten Tage

Red Bull Music Academy

Kaum ist die letzte Bassdrum der ersten Staffel der diesjährigen Red Bull Music Academy erklungen, fragt man sich, wie das Team um die Gründer Torsten Schmidt und Many Ameri ernsthaft nach einer Woche Pause das gleiche Pensum aus Vorträgen, Workshops, Konzerten, Clubnächten und Produktions-Sessions ein weiteres mal mit neuen Teilnehmern durchziehen kann. Man selbst will nur noch schlafen. Zuvor aber noch die zehn Künstler, die es Intro-Korrespondent Thomas Venker während der vergangenen zwei Wochen besonders angetan haben.
Geschrieben am
TOKiMONSTA
Jennifer Lee hat es als erste Künstlerin in den Jungsverein Brainfeeder geschafft – angesichts ihrer enthusiastischen Liveperformance im www verstand man sofort, welches Potential Flying Lotus in der kunterbunten Bubblegum-Eletronica der Koreanerin sieht.

Tokimonsta (feat. M.N.D.R.) »Go With It«: 
Melt Banana
Yasuko Onuki und Ichirou Agata gehören zu den Eldest Statemen der japanischen Noise Rock Szene – was man ihrer Performances im SuperDeluxe absolut nicht anmerkte: ein Auftritt wie eine LSD-Explosion.

Melt Banana »The Hive«: 
Masonna
Yamazaki Maso Takushi macht es gerne kurz. Seine punkige Performance im SuperDeluxe dauerte gerade mal zwei Minuten – mehr hätte aber auch keiner ausgehalten, so intensiv wirbelte er durch die staunende Menge.

Masonna »Festival Beyond Innocence, Bridge, Osaka 2002«: 
Keiji Haino
Haino, den die meisten Westler durch seine Zusammenarbeiten mit John Zorn und David Grubbs kennen dürften, ist eine Legende, nicht nur in Japan. Kaum betritt er einen Raum, verfallen alle in andächtiges Schweigen. Im SuperDeluxe spielte er gleich zwei bemerkenswerte Sets: zunächst eine Noise-Improvisation mit Band und im Anschluss alleine ein Schlafkonzert.

Keiji Haino »ここ« (»Here«): 
Holly Herndon
Die aus San Francisco stammende Soundkünstlerin war mir trotz gleich zweier Alben auf RVNG Intl. bis dato unbekannt. Ihre streng konzeptionelle Elektronik, live im Liquid Room in Symbiose mit Videokunst aufgeführt, dockt eng an die derzeitigen akademischen Diskursen um die Genese elektronischer Musik aus speziellen Programmiersprachen an, nicht umsonst präsentiert sie sie bald auch im New Yorker MOMA.

Holly Herndon »Chorus«: 
Kyoka
Die in Berlin lebende Japanerin veröffentlicht dieser Tage ihr Debütalbum »is (Is Superpowered)« auf Raster-Noton. Für ihre aus Field Recordings und mit Hilfe selbstgebauter Instrumente generierten Tracks legt sie ihre zerhackten Vocals über ein ziemlich gerade rollendes Beatgerüst – mit dem Effekt, dass man im Liquid Room einerseits konzentriert zuhören wollte, da der Kontrast so reizvoll ausfiel, andererseits aber auch tanzen, da die Beats so hypnotisch anziehend wirkten.

Kyoka »Lined Up«: 
Untold
Kannte man Jack Dunning bislang eher für Garage-/Dubstep-artige Tracks auf Labels wie Clon, Soul Jazz, R&S und Hessle Audio, veröffentlichte er zuletzt mit »Black Light Spiral« ein Debütalbum, das Techno und Berghain sagt. Auch sein Auftritt im Liquid Room zeugte von der Neuausrichtung des Briten, der zuletzt viel düsteren Techno gehört haben muss.

Untold »Live im Boiler Room«:
Xosar
Die aus San Francisco stammende, derzeit in Berlin residierende Sheela Rahman bekam in den letzten Monaten zu Recht viel Aufmerksamkeit für ihre düsteren Techno-Sets, in denen man das Interesse der studierten Neuropsychaterin an Geistern merklich spüren kann. Auch ihr Auftritt im Rahmen einer Bunker-Party in Tokyo zauberte sofort eine Gänsehaut hervor. 

Xosar »Live im Boiler Room«:
Alejandro Paz
Der aus Santiago de Chile stammende Paz ist ohne Frage ein großer Fan von Suicide und DAF. Das spannende, und das zeigte auch sein Auftritt im Rahmen der Bunker-Party, ist aber die Art, wie er diese Einflüsse mit original südamerikanischer Rhythmik zu kreuzen vermag.

Alejandro Paz »Live im Boiler Room«: 
Tiger & Woods
Man weiß nicht viel über das sehr geheimnistuerische Duo Tiger & Woods. Ihr Disco-House soll alleine für sich sprechen. Fair enough, wie ihr die erste Staffel der Red Bull Music Academy Tokyo beendende Set im Womb zeigte.

Tiger & Woods »The Arrival«: