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»Dämmerlicht«

Recondite

Weg sind die Beats, weg sind die Synthie-Bleeps, weg ist die Tanzbarkeit. »Dämmerlicht« ist Recondites Ambient-Album geworden.
Geschrieben am
Es heimelt sehr auf Lorenz Brunners fünftem Album als Recondite. »Durch den Hohlweg«, »Von der Kanzel« oder »Am Grund« heißen die Tracks, ganz so, als hätte sich der Bayer in die unwegsame Provinz zurückgezogen und dann zwischen Nebel, Kirche und Wald versucht, die deutsche Seele einzufangen. Ob das für den Hörer funktioniert, hängt natürlich davon ab, ob dieser die ganze Idee einer deutschen Seele annimmt. Tut er das, dann kann er sich in dieses Dutzend Songs versenken und sich von ihnen mal wohlig, oft auch schaurig umschlingen lassen.

Die deutsche Seele ist eben schwermütig zwischen Heidegger, Katholizismus und Grimm’schen Märchen verklemmt, unfähig, vor all dem Weltschmerz und innigen Selbstbezug auch nur ein Fünkchen Freude zu verströmen. Ist man kein Glaubender, so klingt »Dämmerlicht« aber bestenfalls nach Konzeptkunst oder gar nach pseudo-tiefsinniger Angeberei. Dann schüttelt es einen in manchen Momenten unwillkürlich, ganz so, als würde der eigene Körper selbstständig versuchen, aus dem grauen Morast dieser Tristesse freizukommen. In jedem Falle muss man Brunner Respekt dafür zollen, eine neue Facette seines Schaffens zu erproben. Auch wenn diese Facette ziemlich zwielichtig ist, um nicht zu sagen: dämmerlichtig.

Recondite

Daemmerlicht

Release: 16.02.2018

℗ 2018 Plangent Records

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