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MP3-Anbieter gerät erneut in die Schlagzeilen

Rechtsradikale Musik auf MP3.com

Aus alt mach neu. Der Spiegel kombiniert in seiner Online-Ausgabe zwei der beliebtesten Netzkritikthemen und rückt sie somit in ein neues Licht. Die Rechnung geht wiefolgt: 'rechtsradikale Inhalte' plus 'MP3s' ergibt 'MP3s mit rechtsradikalen Inhalten'. Das Problem ist einmal mehr die Tatsache, das
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Autor: intro.de

Aus alt mach neu. Der Spiegel kombiniert in seiner Online-Ausgabe zwei der beliebtesten Netzkritikthemen und rückt sie somit in ein neues Licht. Die Rechnung geht wiefolgt: 'rechtsradikale Inhalte' plus 'MP3s' ergibt 'MP3s mit rechtsradikalen Inhalten'.
Das Problem ist einmal mehr die Tatsache, dass ein Medium nur so schlau ist, wie die Menschen, die es gestalten. MP3.com beispielsweise ermöglicht es seinen Usern, ihre Musik über ihre Site öffentlicht zugänglich zu machen. Eine redaktionelle Auswahl oder inhaltliche Eingriffe finden nicht statt. An und für sich ein schönes Prinzip, das auch von Künstler wie A Guy Called Gerald genutzt wird, der via MP3.com alte und vergriffene Stücke für seine Fans zugänglich macht. Auf der B-Seite bietet dieses Prinzip natürlich auch solchen Nutzern eine prima Gelegenheit, die am Austausch illegaler Stücke interessiert sind. MP3.com geriet er erst kürzlich in die Schlagzeilen, als einigen Plattenfirmen Klage einreichten, um die Verbreitung unlizensierte Musik zu unterbinden.
Der Spiegel berichtet nun von einigen Stücken mit rechtsradikalem Inhalt, die auf MP3.com kursieren und sogar obere Positionen in einigen Spezialcharts der Seite einnehmen, darunter Liedgut mit so einfallsreich ein- bis zweideutigen Titeln wie 'Nürnberg 1946 - Rudolf Hess'. Eine Verbannung der fragwürdigen Stücke, die auch der Bunderprüfstelle für jugendgefährdende Schriften aufgefallen sind, gestaltet sich als schwierig, da MP3.com ein amerikanischer Anbieter ist. Ein zum Thema befragter Journalist sieht aber auch so keine wirklich Gefahr in diesem speziellen Fall: 'Ich denke, die Nazis laufen, wenn sie sich auf das Internet einlassen, in die Konsumfalle. Im Web sind sie ein Angebot unter vielen.' Ihre Musik 'ist Pop, ist Kommerz - und da setzt sich am Ende das Gute durch. Braun steht im direkten Vergleich zu bunt ziemlich schlecht da'.
Bleibt zu hoffen, dass ein Bericht wie der des Spiegels den Anbietern der inhaltlich fragwürdigen Stücke nicht unnötige Klicks beschert.