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Real Control

Moneybrother

Gute Taktik vom Moneybrother: mal ein durchwachsenes Album vorlegen, damit die darauffolgenden wieder gebührend geschätzt werden.
Geschrieben am
Gute Taktik vom Moneybrother: mal ein durchwachsenes Album vorlegen, damit die darauffolgenden wieder gebührend geschätzt werden.

Überraschung: Anders Olof Wendin mischt auf seinem vierten englischsprachigen Album ein paar, nun ja, wendige Uptempo-Songs mit "ruhigeren Tönen". Für die Balladen, einst die gar nicht mal so heimlichen Highlights einer Moneybrother-Platte, muss er jedoch schon bei Sinatra ("Young Faithfull Love") und den Beatles ("6 am") Melodien borgen, damit noch was zieht. Die schnelleren Stücke funktionieren indes besser.

Aber bloßes "Funktionieren" ist dann doch etwas zu mechanisch für den, der "Blow Him Back Into My Arms" geschrieben hat. Prädiktor der vorliegenden Krise - und jetzt geht's an die Werkanalyse - war die kontinuierliche Rezession bei den ersten Singles, hier nach Großartigkeit absteigend geordnet: "Reconsider Me", "They're Building Walls Around Us", "Just Another Summer" und dann eben erst "Born Under A Bad Sign", die Auskopplung dieser Platte. Von Album zu Album immer ein klein wenig schwächer. Alles Tanzflächenfüller, klar - aber abfallend in ihrer Halbwertszeit. Und ebenso, das ist die bereits angedeutete Pointe der Übung, die dazugehörigen Alben. Das erste: "ein Monster von Album". Das zweite: "eine fesselnde Orchester-Soul-Funk-Orgie". Das dritte: "läuft gut und variantenreich durch" (alle Zitate: Intro). Und nun "Real Control", das zwar nicht komplett unspannend, aber leider nur noch gerade so durchläuft. Würde man diese Entwicklung der Moneybrother-Alben extrapolieren, wäre bei Album Nummer sieben oder acht endgültig Schluss. Eine theoretische Überlegung, denn schlechter kann er eigentlich nicht. Fast ein Kompliment.