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Moksha

Raz Ohara

Meist ist auf »Moksha« jedoch Pluckerndes und Pulsierendes zu hören, bei dem der Hörer konzentriert bleiben sollte, denn Raz Ohara liebt das Spiel mit der Verwirrung. Die äußerst offenen Strukturen machen Genrezuweisungen hier unmöglich.
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Musikalische Fäden, durch eine Kammer voller Echos gesponnen, um dann wieder rabiat zerschnitten, zerwühlt oder zerzaust zu werden: So klingt der Opener »Sungaze« von Raz Ohara. Wer nun an das Genre Shoegaze denkt, liegt halb richtig, denn ein wenig erinnert das fragile experimentelle Klangknäuel an die tschechische Formation The Ecstasy Of Saint Theresa, die ihre elektronischen Ambienttracks an Bands wie Cocteau Twins anlehnte. Und zumindest bei dem Song »Two Young Mates« verbeugt sich auch Ohara mit einer warmen Gitarrenwand vor Legenden des Shoegazing wie Lush oder Pluramon.

Meist ist auf »Moksha« jedoch Pluckerndes und Pulsierendes zu hören, bei dem der Hörer konzentriert bleiben sollte, denn der Däne liebt das Spiel mit der Verwirrung. Nicht nur innerhalb der Songstrukturen ist er dabei so offen wie möglich, Genrezuweisungen sind sogar unmöglich. Höhepunkt des Albums ist die Coverversion »True Love Will Find You In The End« des Anti-Helden Daniel Johnston, in der Ohara die flehentlichen Textzeilen über einen fein gesponnenen Percussion-Teppich jagt: die Liebe als Erleuchtung, so die Bedeutung von »Moksha« im Hinduismus – das letzte der vier Lebensziele.

 

In drei Worten: Wispern / Verwirren / Echo