×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Trouble

Ray Lamontagne

Urban legends, Vol. 08/15: Schwierige Kindheit, you know, »one of six kids from various fathers«, in Autos übernachtet, in Zelten, Hinterhöfen, und dann: »I was horrible in school« (wer war das nicht?), weg von Zuhause, Arbeit in der Schuhfabrik, verständlicherweise Depressionen und schließlich ei
Geschrieben am

Urban legends, Vol. 08/15: Schwierige Kindheit, you know, »one of six kids from various fathers«, in Autos übernachtet, in Zelten, Hinterhöfen, und dann: »I was horrible in school« (wer war das nicht?), weg von Zuhause, Arbeit in der Schuhfabrik, verständlicherweise Depressionen und schließlich ein quasi-religiöses Erweckungserlebnis durch ausgerechnet den späten Stephen Stills auf ›Stills Alone‹. Fortan will Ray nur noch Musiker sein. Inhaliert nur die ganz Großen: Dylan, Mitchell, Young, Redding. Das Demo landet auch nicht irgendwo, sondern bei Chrysalis-Mann Jamie Ceretta, der Feuer und Flamme ist und ... so weit, so street credible. Aber auch so verheißungsvoll, klar. Und tatsächlich beginnt jeder der zehn auf ›Trouble‹ versammelten Songs als eine Verheißung. Und jedes Mal verliert sich Lamontagne – textlich und musikalisch – in Banalitäten. Es gibt keine Brüche, keine tricky items, nichts, was sich als Ohrwurm in den Tag rettete. Stattdessen: ein Lehrstück in Phraseologie. Jede Wendung, jedes Sprachbild, jeden Ansatz von Melodie hat man irgendwo schon einmal vernommen und leider woanders besser. Man muss wirklich »leider« sagen, denn hier wurden Ressourcen vergeudet: Ray hat eine charismatische, an John Martyn erinnernde Stimme, die Musiker sind durchweg klasse, die Produktion ist famos. Hier, auf der formalen Ebene, funktioniert die strikte Orientierung am authentischen Sound von Crosby, Stills & Co. Allein, es fehlt an Genie, Esprit und wie sie alle heißen. Vielleicht sind die ja beim nächsten Mal mit von der Partie.