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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

We’re Outta Here

Ramones

Braucht man denn diesen Monat wirklich zwei Ramones-DVDs, reicht nicht vielleicht keine? Nach dem Anschauen beider drängt sich die Wiedergabe als Good-Cop/Bad-Cop ziemlich auf. Ein Umstand, der sich schon beim Artwork andeutet. ›We’re Outta Here‹ trägt ein selbst gemaltes Cover mit verschiedenen, ni
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Braucht man denn diesen Monat wirklich zwei Ramones-DVDs, reicht nicht vielleicht keine? Nach dem Anschauen beider drängt sich die Wiedergabe als Good-Cop/Bad-Cop ziemlich auf. Ein Umstand, der sich schon beim Artwork andeutet. ›We’re Outta Here‹ trägt ein selbst gemaltes Cover mit verschiedenen, nicht harmonierenden Schriftarten, und aus Verlegenheit wurde noch eine busige Cheerleaderin nebendran gemalt. So hingewichst kann Artwork sein. ›Raw‹ trägt dagegen ein gestanztes Logo in Rot und das klassische Ramones-Wappen. So geht das dann weiter. Um es abzukürzen: ›We’re Outta Here‹ ist einfach eine VHS von 1997, die – Respekt – ohne jedes Bonusmaterial auf DVD übersetzt wurde. Bei dem Film handelt es sich um eine Art Doku, ähnlich, wie sie momentan im Privatfernsehen ganz groß sind. Also Interview-Einspieler und dann Song-Einspieler (kein ganzes Lied) und ab und zu mal Schnipsel aus der Peripherie wie der großartige Auftritt der Ramones als Comic-Charaktere bei Mister Burns Party (also bei den Simpsons). Die Interviewten sind u. a. Richard Hell und Debbie Harry, das Booklet besteht aus einem Blatt, und insgesamt war das sicher eine gute VHS vor acht Jahren. Ohne jeglichen Bonus und in der Form auf DVD ist das ein überholtes minderwertiges Unding. Auf ›Raw‹ wird man dann versöhnt, wenn man überhaupt mal vorgeführt bekommt, welche Möglichkeiten das Medium eigentlich bietet: fünf Stunden Material, ganze Konzerte (Italien 1980), Audio-Kommentar von Johnny und Marky und vor allem einen üppigen Einblick in Marky Ramones (der das hier auch produzierte) Video-Archiv. Kurze anwählbare Spots aus dem Bus, der Kneipe, der Party im Hotelzimmer, vom Soundcheck. Darüber hinaus noch Fernsehmaterial wie Sketche von Howard Stern (als Bush sen.), der mit den Ramones beim Golfen über sein Iraktrauma spricht. Es gibt noch verstecktes Bonus-Material, einen Song aus dem Film ›Rock’n’Roll-Highschool‹, die Ehrung der ergrauten Band in der Hall Of Fame kurz nach Joeys Tod und kurz vor dem Tod der anderen. Und immer wieder die Erkenntnis, wie schön und sehnig und verboten Dee Dee die ersten zehn Jahre lang aussah.