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The Family Tree: The Branches

Radical face

Leise ist das neue laut, jedenfalls könnte man mit Recht so urteilen, wenn Ben Cooper eine fiktionale Familiengeschichte des 19. Jahrhunderts erzählt.
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Seit über zehn Jahren veröffentlicht Ben Cooper wundervolle, einfühlsame Musik. Ob als Teil des derzeit auf Eis gelegten Indietronic-Duos Electric President oder mit seinem Soloprojekt Radical Face – die lauten Töne sind nichts für den amerikanischen Songwriter und Multiinstrumentalisten. Größere Beachtung erfährt Cooper spätestens, seit sein Song »Welcome Home« vor drei Jahren im Werbespot eines großen Kameraherstellers lief und andere Lieder für Serien wie »Weeds« lizenziert wurden. Stars im aktuellen Folk-Kosmos sind andere, und doch gehört Ben Cooper zumindest zu jener raren Gattung von Künstlern, die ihren Lebensunterhalt trotz musikalisch eigener Vision bestreiten können.

Im Fall von Radical Face bedeutet das, mittels einer Albentrilogie eine fiktionale Familiengeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu erzählen. Dabei verwendet Cooper auch auf dem zweiten Teil nur Instrumente, die zur Zeit der Handlung tatsächlich existiert haben. Was akademisch klingt, löst sich in »The Family Tree: The Branches« rasch in jene zurückhaltenden, an Simon & Garfunkel oder Nick Drake geschulten Melodien auf, für die man Radical Face schon seit Jahren liebt. Quiet ist noch immer the new loud!

 

In drei Worten: Simon / And / Garfunkel