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R.I.P

Actress

Darren Cunningham lässt sich nicht fassen. Weder Ambient noch Dubstep, weder Kunst noch Techno. Die Wunderwelt von Actress liegt im mystischen Dazwischen.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Bei Darren Cunninghams Projekt Actress kann man nie ganz sicher sein, ob er gerade eine Soundinstallation im Kopf hat oder ein DJ-Set bestreiten muss. Gerade diese Unentschlossenheit macht das dritte Opus des Chefs des Londoner Experimental-Bass-Labels Werk Discs so interessant. Das letzte Album »Splazsh« belegte 2010 den ersten Platz der Redaktionscharts des britischen Magazins Wire und wurde von Cunningham selbst als »R’n’B concrète« bezeichnet. Der Dance-Bezug in Form von House- oder Technobeats, jede rhythmisch komprimierte Bassline und jeder Dubstep-Rhythmus werden auf »R.I.P« gegen den Strich gebürstet und finden sich, von gefiltertem Rauschen und anderen Störgeräuschen durchzogen, in einer fremdartigen Umgebung wieder.

Die Palette reicht von neo-klassischen Piano-Tupfern, die sich bei »Jardin« nach dem Zufallsprinzip auf elektronischem Gezirpe ausbreiten, über Aphex-Twin’sche Ambient-Arbeiten (»N.E.W.«) bis hin zum fast schon stereotypen Techno-4/4-Beat von »The Lord’s Graffiti«. Doch sobald man meint, einen Track durchschaut zu haben, durchkreuzt eine neue unerwartete Idee die Wahrnehmung. Sperrig wirkt »R.I.P« dabei nicht etwa, weil die Bestandteile unhörbar wären, sondern weil das ganze Bezugssystem im besten Sinne »verrückt« ist.

In drei Worten: Stören / Sperren / Dubstep