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Amplified

Q-Tip

Q-Tip ist die Annie Lennox des HipHop: Er sieht gut aus, hat eine schöne Stimme, das andere Geschlecht liegt ihm bedingungslos zu Füßen, und irgendwo stand geschrieben, er sei auch eine kleine, zickige Diva. Verwundert nicht - posiert er auf dem Cover seines Soloalbums doch gehüllt in einen Nerzmant
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Autor: intro.de

Q-Tip ist die Annie Lennox des HipHop: Er sieht gut aus, hat eine schöne Stimme, das andere Geschlecht liegt ihm bedingungslos zu Füßen, und irgendwo stand geschrieben, er sei auch eine kleine, zickige Diva. Verwundert nicht - posiert er auf dem Cover seines Soloalbums doch gehüllt in einen Nerzmantel. Und er darf das! Es ist stimmig und gut, weil Teil eines Gesamtkunstwerkes, welches unserer überdrehten HipHop-Welt fast schon wie ein kleines Gotteskind erscheinen könnte. Hätte the mighty Mos Def nicht kürzlich erst die Meßlatte in Sachen HipHop so dermaßen hoch gelegt - 'Amplified' wäre vermutlich DAS Album der letzten zwölf Monate. Womöglich ist es das ja doch. Was den Hitappeal betrifft, gab uns bereits 'Vivrant Thing' vom 'Violator'-Soundtrack eine ungefähre Vorstellung. Und doch war dieser Titel nur ein Vorgeschmack, denn Q-Tip rappt auch noch mit vollem Mund besser und flüssiger ('All In'), versöhnlicher und universeller ('Breathe And Stop') als die anderen, verschafft Busta Rhymes nach dessen jüngst schon inflationär zu nennenden Auftritten endlich wieder einen wirklich gelungenen Gastauftritt ('N.T.') und holt sich für das düstere (!), bös verzerrte (!!) 'End Of Time' unser aller liebsten Noise-Coreler von Korn (!!!) ins Studio. Verbunden mit dem Kunststück, letzteres im Album-Kontext nicht als Fremdkörper wirken zu lassen. Bei aller Ernsthaftigkeit ist 'Amplified' verspielt genug, um jedes Herz im Sturm zu erobern, und trotz ebenjener Spielereien (gerade auch produktionstechnisch - listen to the musikalischen Feinheiten in the songs) überlegt und tiefschichtig. Eine Symbiose auf höchstem Level von allerfeinster Güte. Ich hoffe nur, es ist ein Kunstnerz!