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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Laut & Leise

Pyranja

Um weibliche deutsche MCs ist es immer stiller geworden. Was nicht heißt, dass sie es auch selbst geworden sind. Die gebürtige Rostockerin und Neuberlinerin Pyranja ist immer noch da. Fünf Jahre sind seit ihrer ersten EP "Im Kreis" vergangen, und seit 2004 betreibt sie auch ihr eigenes Label. Ihr
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Um weibliche deutsche MCs ist es immer stiller geworden. Was nicht heißt, dass sie es auch selbst geworden sind. Die gebürtige Rostockerin und Neuberlinerin Pyranja ist immer noch da. Fünf Jahre sind seit ihrer ersten EP "Im Kreis" vergangen, und seit 2004 betreibt sie auch ihr eigenes Label. Ihr drittes Studioalbum führt schon im Titel ihren eigenen Kanon weiter, denn vor "Laut & Leise" hieß es "Wurzeln & Flügel" und "Frauen & Technik". Pyranja zeigt sich nach wie vor standesgemäß kämpferisch. Das zeigt sie in punchlinelastigen Ansagen an unliebsame GegnerInnen: "Du sagst meinen Namen nicht einfach nur so", heißt es auf dem Battletrack "Nur So" zusammen mit Olli Banjo. Aber auch die lieb gewonnene Anti-Luxus-und-Wellness-Attitüde ist geblieben ("Ich will von allem ein bisschen / Mehr als Champagner und Schnittchen"). Die Soundpalette wird offener und variabler gestaltet, bezieht elektronische Einflüsse und verzerrte Gitarren mit ein. Schön ist es, wenn Pyranja sich entspannt und die Serious-Zügel schleifen lässt wie in "Ich Wollte", einer schluffigen Selbstreflexion auf große Pläne und deren Vertagung auf ein anderes Mal. Eher befremdlich wirkt dagegen der in der Single "Nie Wieder" sattsam bekannte Zusammenschluss aus gerappten Strophen plus einem von stimmgewaltiger Gastsängerin dramatisch besungenen Refrain. Stilbildend sind Pyranjas rotzige Skills, die Art, ihre Worte so rauszuhauen, als flögen sie aus einer Ballmaschine, deren hörbare Sparringspartner Michael Schanzes "Plopp" und Falcos Stakkatostyle sind.