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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Im Kreis

Pyranja

Pyranja kommt aus Rostock. Pyranja ist jetzt aber in Berlin. Und in der U-Bahn. Wer Ärger mit den Ticket-Kontrolleuren hat, läuft auch schon mal weg. Unter den Schienen ist sowieso mehr los. Die junge Dame weiß, was HipHop ist und wie man ihn stylt: viel Posing, viel Kamera von unten und immer die P
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Autor: intro.de

Pyranja kommt aus Rostock. Pyranja ist jetzt aber in Berlin. Und in der U-Bahn. Wer Ärger mit den Ticket-Kontrolleuren hat, läuft auch schon mal weg. Unter den Schienen ist sowieso mehr los. Die junge Dame weiß, was HipHop ist und wie man ihn stylt: viel Posing, viel Kamera von unten und immer die Posse im Rücken. Bei Pyranja besteht sie ausnahmslos aus Jungens, die sich auch schon mal durchs Popo-Casting quälen müssen, um dabeisein zu dürfen. Es wird getanzt und viel gelacht, gekabbelt und auch mal der Hund gestreichelt. Alles locker und entspannt. Dem Betrachter bleibt es dabei selbst überlassen, ob er die ganze Angelegenheit ernst nehmen will. Es wird gehörig gespielt mit dem männlichen HipHop-Klischee, nur dass Pyranja die Rollen vertauscht. Die Protagonistin hat ihre männliche Umwelt jeder Zeit locker im Griff, und die “Männer” dürfen Beiwerk spielen. Sie scheint sich ihrer Rolle aber nicht wirklich sicher zu sein: Soll sie dieses gängige Role-Model erfüllen (mit umgekehrten Vorzeichen), oder will sie dann doch lieber der richtige Vamp sein, im engen schwarzen Hosenanzug mit Supersoacker bewaffnet und klarstellend: “Ich mach’ euch alle nass!” Da, wie gesagt, alles mit einer andauernden Heiterkeit (selbst im grimmigsten Möbelumstoßen) verkauft wird, bleibt ihr Auftreten ambivalent oder auch nur an der Oberfläche. Ein eindeutiges Profil wird jedenfalls nicht vermittelt. Vielleicht soll das so, und vielleicht ist es auch besser so. Nicht gleich in die Kategorisierungsschublade gesteckt zu werden, tut der persönlichen und musikalischen Entwicklung sicher gut. Zum “becoming famous” trägt es aber nicht bei. Wer heute aus der Masse herausragen will, muss dies auch visuell tun, gute Raps alleine reichen da nicht mehr. Deshalb: Mehr Mut zur Extravaganz bitte!