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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Wer wir sind

Pumarosa im Steckbrief

»Wer wir sind« – der regelmäßige Steckbrief. Diesmal stellen wir euch Pumarosa aus England vor.
Geschrieben am

Interview:
Silvia Silko

Herkunft: London
Genre: Verwunschener Electro-Pop, den die Band selbst gerne »Industrial Spiritual« nennt.
Mitglieder: 5
Besondere Vorkommnisse: Der erste große Wurf »Priestess« entstand in einem alten Kinogebäude von 1930 in Italien – direkt am Meer. Ein Freund der Band hatte Pumarosa dorthin eingeladen, damit sie vor Ort an ihrer Kunst arbeiten konnten. Hat offensichtlich ganz gut funktioniert.

Ab wann war euch klar, dass das mit Pumarosa was Ernstes ist? 
Neville James: Für mich gab es tatsächlich einen konkreten Moment. Wir hatten anfangs einen Proberaum im Norden Londons. Das war mitten im Industriegebiet, ein total unsinniger Ort – seltsam und verlassen. Wir sind von dort nach Ostlondon gezogen, wo es belebter und schöner ist. Ich weiß nicht, ob es unbedingt an der Gegend lag, aber von da an habe ich beim Spielen gemerkt, dass es richtig gut ist. Ich hatte das Gefühl, dass es funktioniert, habe mich im Prozess des Musikmachens verloren und wahnsinnig viel Spaß gehabt. Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch nicht viel Erfolg, aber ich wusste genau, dass Pumarosa wichtiger ist als alle anderen Projekte davor.

Nach der Veröffentlichung des Songs »Priestess« ging alles recht schnell. Jetzt werdet ihr als »next big thing« gefeiert. Habt ihr Angst, nur ein kurzer Hype zu sein? 
NJ: Wir haben eher die Befürchtung, von einem System, das wir nicht ganz verstehen, falsch repräsentiert zu werden. Die Musikindustrie ist so komplex, du arbeitest mit vielen Menschen zusammen, die du nicht kennst, und du arbeitest beziehungsweise »handelst« mit etwas, das dir selbst sehr wichtig ist. Wir wollen mit diesem sensiblen Produkt, unserer Musik, einfach nicht falsch verstanden werden. Bekannt zu sein und dabei für etwas zu stehen, das wir nicht sind, wäre schlimmer, als unbekannt, aber ehrlich zu bleiben.

Euch ist es wichtig, politische und feministische Themen anzusprechen. Wo seht ihr aktuell das Problem?
Isabel Munoz-Newsome: In England trafen kürzlich May und Sturgeon aufeinander, um über Schottland und den Brexit zu sprechen. Die Daily Mail titelte daraufhin: »Never mind Brexit, who won Legs-it?« und zeigte dazu ein Foto der Beine beider Politikerinnen. Gleichzeitig unterzeichnet Trump in einem Raum voller Männer Dekrete, die die Rechte von Frauen und Mädchen massiv beschneiden. Das sind Beispiele, die belegen, dass Medien und Politik weiterhin die Unterdrückung der Frauen praktizieren – aus schierer Angst vor Gleichberechtigung. Ich finde, es ist die Verantwortung jedes Individuums, sich kritisch mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Wenn ihr auf den Aufnahmeprozess eures Debüts »The Witch« zurückblickt, würdet ihr irgendetwas anders machen? 
Tomoya Suzuki: Dan Carey ist ein toller Produzent, der uns bestens unterstützt hat. Von daher hat das alles schon so gepasst. Allerdings muss ich sagen, dass wir uns sehr beeilen mussten. Ich hätte tatsächlich gerne noch ein bisschen mehr Zeit gehabt. Einfach nur, um mit manchen Instrumenten rumzuspinnen oder an Kleinigkeiten zu feilen.

Pumarosa

The Witch

Release: 19.05.2017

℗ 2017 Fiction Records, a division of Universal Music Operations Limited.