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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Intermediale Gestaltung

Profile Intermedia

Unsere Kultur ist materiell ausgerichtet und von den Produkten der mechanisierten industriellen Produktion geformt. Warum wir uns etwas wünschen, was wir brauchen und wie das aussieht, daran arbeiten viele kreative Köpfe. Nicht nur Werber oder Designer sind an den für die Formgebung nötigen diffizil
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Unsere Kultur ist materiell ausgerichtet und von den Produkten der mechanisierten industriellen Produktion geformt. Warum wir uns etwas wünschen, was wir brauchen und wie das aussieht, daran arbeiten viele kreative Köpfe. Nicht nur Werber oder Designer sind an den für die Formgebung nötigen diffizilen Gestaltungsprozessen beteiligt. Anregungen kommen aus vielen anderen Arbeitsbereichen, mögen Kontraste zwischen den Disziplinen noch so groß sein.

Kontraste sollen auch bei der in diesem Jahr zum fünften Mal in Bremen stattfindenden "Profile Intermedia" verhandelt werden. Im Blickpunkt des Interesses stehen zum Beispiel Gegensätze zwischen Mensch und Maschine. An den Schnittstellen von Kunst, Musik, Design, Film, Fotografie, Architektur und digitalen Medien hat sich in Bremen eine "Crossover"-Konferenz zur intermedialen Gestaltung etabliert. "Profile Intermedia" regt den Austausch an und setzt deshalb nicht nur auf große Namen, sondern bietet Nachwuchskräften gleichermaßen Platz. Die "Profile Intermedia" wird von Studenten der HFK Bremen betreut und organisiert. Planung und Ausführung finden in einem nicht-kommerziellen Rahmen statt, was der professionellen Abwicklung der Veranstaltung aber keinen Abbruch tut.

Referenten werden aber nicht nur auf dem Podium Vorträge halten, sondern auch in kleinen Workshops Rede und Antwort stehen. Dieter Rams zum Beispiel war Leiter des Produktdesigns der Firma Braun. Er prägte in den Fünzigerjahren die Produktsprache des Elektrogeräte-Unternehmens, so etwa das Design des Phonosuper SK 4 "Schneewittchensarg" (1956). Der erste Schallplattenspieler mit Plexiglasdeckel und eingebautem Lautsprecher besticht auch heute noch durch seine auf das Wesentliche reduzierte Ästhetik. Rams erläutert seine anhand des Geräts entwickelten "zehn Thesen zum guten Design".
"Gutes Design ist so wenig Design wie möglich", lautet eine These. Eine Maxime, die den Komponisten John Cage sicherlich interessiert hätte, beschäftigte sich der Amerikaner doch in seiner Musik mit Reduktion. 1969 komponierte er "Cheap Imitation", ein Stück, das auf einer Komposition von Erik Satie basiert. Cage zu Ehren veranstaltet die "Profile Intermedia" eine Retrospektive mit Konzerten, Lesungen und Installationen. Ob sich John Cage hätte träumen lassen, dass Sound als Kunst und Musik als Design an der Londoner Middlessex University im Studiengang "Sonic Arts" unterrichtet wird? Kursleiter Tony Gibbs wird vom Stand der Forschungen zwischen akustischen Skulpturen und digitalen Soundtracks berichten. Digital bearbeitet werden auch Super-8-Trailer. Als Rohfassung von Studenten eingeschickt, werden sie im Rahmen des Straight-8-Festivals als editierte Version vorgestellt.

"Wir wissen selbst nicht genau, was uns auf der Konferenz erwartet, es wird aber auf alle Fälle spannend", schrieb uns einer der Veranstalter, und dem wollen wir uns anschließen.

Profile Intermedia, Messe-Centrum Bremen, 06.-08.12. Das gesamte Programm unter www.profile-intermedia.de. (0421) 27 78 61.