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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ein guter Neustart

Preoccupations im Gespräch

Preoccupations hießen früher Viet Cong und haben ein turbulentes Jahr hinter sich. Bastian Küllenberg befragte Gitarrist und Synthie-Meister Scott »Monty« Munro zum ersten Album unter neuem Namen.
Geschrieben am
Eine rohe Produktion, schroffe Kanten und melodiöse Melancholie. Preoccupations machen mit ihrem ersten, selbstbetitelten Album da weiter, wo sie vor ihrer Umbenennung als Viet Cong aufgehört hatten. Die Band aus Calgary verbindet ihre Liebe zu den frühen New Order und Mission Of Burma mit eigenen Erfahrungen und bewältigt damit auch die Krisen eines turbulenten Jahres, wie Gitarrist und Synthie-Spieler Scott Munro erzählt.   

Ihr habt euren Bandnamen geändert, nachdem es im Netz eine Kontroverse über den vorherigen Namen Viet Cong gab. Wie hat sich das auf euch und die Musik ausgewirkt?
Scott Munro: Es ist schwer zu sagen, ob es unsere Musik beeinflusst hat. Allerdings war es zeitweise sehr belastend und stressig für uns persönlich. Nach der Änderung weiterzumachen, fühlte sich beinahe wie ein Neubeginn an. Aber ein richtig guter Neustart.

Der Songwriter Chad VanGaalen soll für den neuen Namen verantwortlich sein. Wie kam es dazu?
SM: Er hat uns einfach eine gigantische Liste mit Namen gemailt und wir haben sie bis auf unsere letzten fünf Kandidaten reduziert. Preoccupations war der einzige davon, der nicht bereits vergeben war.

Ihr werdet häufig als Post Punk Band bezeichnet. Was haltet ihr von dem Label?
SM: Post Punk ist ein recht offenes Genre, daher finden wir das schon in Ordnung. Wir haben allerdings nie speziell versucht, eine »Post Punk Band« zu sein.

Das neue Album klingt sehr roh und düster, so als ob es in einem verwunschenen Heizungskeller aufgenommen wäre. Wo sind die Aufnahmen entstanden?
SM: Wir haben die Hälfte der Stücke in verschiedenen Studios in Calgary aufgenommen, ein Lied in Montreal und den Rest in einer zum Tonstudio umgebauten Scheune namens The Barn in Ontario, wo auch schon unsere letzte Platte entstand.
Bei so vielen verschiedenen Orten, welche Rolle spielt da der Raum, in dem ein Lied aufgenommen wird?
SM: Hauptsächlich macht der Raum einen Unterschied in Bezug auf das Schlagzeug. Wir hatten allerdings Glück im Vorfeld mit Heimstudios, so dass wir uns die Zeit nehmen konnten, die wir zum experimentieren brauchten. Diese Demoaufnahmen haben wir dann mit ins Studio genommen, um sie mit einigen Overdubs »professioneller« klingen zu lassen.

»Anxiety«, »Monotony«, »Memory«. Die Songtitel des neuen Albums malen ein dunkles und introvertiertes Bild. Als Hörer denkt man da leicht, dass die Inspiration dazu aus Krisen und offenen Fragen stammt.
SM: Wir hatten in verschiedener Hinsicht ein sehr turbulentes Jahr. Bei einigen gingen Beziehungen zu ende und wir waren als Band für über ein Jahr obdachlos. Das hat sich sicher auf das neue Album ausgewirkt. Außerdem mögen wir alle dunkle Metaphern und schwarzen Humor, weshalb wir üblicherweise in diese Richtung steuern.

»You can’t feel happy everyday« ist eine Zeile in »Zodiac«, die hängenbleibt. Für mich klingt das irgendwie nach Erleichterung.
SM: Yeah! Es ist es definitiv so gemeint, die Sinnlosigkeit vieler Dinge zu akzeptieren. Und damit verbindet sich ganz sicher auch eine Erleichterung.

Preoccupations

Preoccupations

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Jagjaguwar