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Preliminaires

Iggy Pop

Iggy Pop wird ruhiger, setzt auf gemurmelte Balladen und wird damit fast schon seriös.
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Iggy Pop wird ruhiger, setzt auf gemurmelte Balladen und wird damit fast schon seriös.


Iggy Pop steckt schon seit vielen Jahren in einer musikalischen Krise. Immer dann, wenn er mal wieder versucht, den sehnigen Rocker zu geben, geht die Sache besonders schief. So gesehen hat Iggy Pop mit "Preliminaires" das Beste gemacht, was er angesichts fehlender Ideen und Konzepte hat tun können.

Langsam und mit sonorer Stimme murmelt er sich durch ein Balladen-Programm, das zwar geradezu nach der Klischee-Floskel vom "reifen" Alterswerk schreit, uns aber wenigstens vor Muckertum jeglicher Art bewahrt. Auf Eigenes kann er dabei kaum mehr setzen. Das Album beginnt mit französischem Chanson, nimmt zahlreiche Wendungen hin zu Nick Cave und Lambchop, klaut auf "King Of The Dogs" so dreist bei Tom Waits, dass es fast eine Frechheit ist, und gibt mit der Jobim-Coverversion "How Insensitive" zu erkennen, dass sich die Stücke immer dann am besten anhören, wenn sie von anderen stammen. War nicht schon das gelungenste Iggy-Pop-Album in Wirklichkeit eines von David Bowie? Insofern ist "Preliminaires" vielleicht auch schon der erste Schritt aus der Krise heraus, hin zu einem Interpreten, der mit gebrochener Stimme fremden Stücken eine ganz eigene Note verleiht. Es dürfte noch einige Zeit dauern, bis Iggy Pop dabei die Eindringlichkeit des späten Johnny Cash erreicht, doch er ist auf einem guten Weg.