×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Prada Meinhoff«

Prada Meinhoff

Der minimale Electro-Punk-Pop von Chrissy Nichols und René Riewer alias Prada Meinhoff feiert den maximalen Luxus der Rebellion: Krawall trifft auf Kühle und Widerspruch auf Tanzwut.

Geschrieben am

Hätten Ideal und DAF zusammen ein Kind gezeugt, hätten sie es wohl Prada Meinhoff genannt. Das Standesamt hätte den Namen abgelehnt, doch ist das entscheidend? Wer mit solch einem gegensätzlichen Begriffspaar als Namen durchs Leben spaziert, pfeift doch auf Behörden. Andererseits: Die 1980er sind vorbei, die RAF ist längst Teil der Popkultur und Luxusmarken schmücken sich liebend gerne mit früheren Rebellen. Der Band-Name Prada Meinhoff ist also nicht mehr Provokation, sondern Pose.

Doch gerade dadurch nimmt das Duo wiederum eine Haltung ein, wenn es die elf Tracks auf dem Album mit schnoddrigen und scharfgefassten Ein-Wort-Labels betitelt: »Brand«, »Maske«, »Krieg«, »Cocktail«, »Express« oder tatsächlich auch »Eisbär« - natürlich eine Coverversion der schrägen Minimalisten von Grauzone, deren Unterkühlheit sowieso oft in den Songs von Prada Meinhoff wiederzufinden ist. Doch dann rappt Chrissy Nichols mal unbekümmert wie Räuberhöhle los, ein anderes mal rotzt René Riewer musikalisch etwas wie die sträflich unterschätzten Bärchis und die Milchbubis dahin, und auf »Komplizen« werden verschwörerisch Joy Division gegrüßt. Natürlich plündern Prada Meinhoff damit den kompletten Retro-Laden, aber mit ihrer Beute feiern sie einfach eine verdammt gute Party.

PRADA MEINHOFF

PRADA MEINHOFF

Release: 06.04.2018

℗ 2018 Freudenhaus Recordings