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Post-Nothing

Japandroids

Wem Superchunk zu langsam, Yo La Tengo zu alt, Jay Reatard zu psycho und The White Stripes zu sehr "Gala" sind, der ist hier sicher alles andere als falsch.
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Wem Superchunk zu langsam, Yo La Tengo zu alt, Jay Reatard zu psycho und The White Stripes zu sehr "Gala" sind, der ist hier sicher alles andere als falsch.

Bassisten = Loser. Das war ja schon früher eine Unterstellung, an der mitunter auch was dran war. Aber so flächendeckend, wie Bassisten in den letzten zehn Jahren bei der Gründung von Rock-Combos außen vor blieben, um dann in nicht wenigen Fällen auch kein Stück musikalisch vermisst zu werden, das ist schon auffällig.

Japandroids - wieder so ein Ding. Ein Schlagzeuger und ein Gitarrist aus Vancouver, deren übersteuerter Noise-Pop zwar konsequent kreischt - aber nie nach Bass, Bass, Bass. Nach zwei EPs (unter anderem mit einer fast ironisch zu nennenden Falsett-Cover-Version des McLusky-Hits "To Hell With Good Intentions") hier jetzt also das Debüt. Das erzählt sich in 35 Minuten und acht meist brachialen Songs schnell zu Ende, hinterlässt aber Spuren. Zum Beispiel welche von Humor, wenn Japandroids gegen bauchige Gitarren ansingen: "the boys are leaving town, the boys are leaving town", und man glaubt, Melodie und Text schon mal ähnlich gehört zu haben. Bis einem Thin Lizzy einfallen mit ihrem 70er-Hit "The Boys Are Back In Town". Wem Superchunk zu langsam, Yo La Tengo zu alt, Jay Reatard zu psycho und The White Stripes zu sehr "Gala" sind, der ist hier sicher alles andere als falsch.