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Porno-Revolution: Wenn der Postporn zweimal klingelt...

Das waren die Nuller: 2005

2005 war das letzte Aufblitzen von L.A.s Glamour - danach folgte die Revolution einer neuen queer-feministischen Generation ...
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2005 war das letzte Aufblitzen von L.A.s Glamour - danach folgte die Revolution einer neuen queer-feministischen Generation ...


Man muss nur einen Blick auf die AVN-Awards (Amerikas wichtigste Porno-Awards) von 2005 werfen, um zu sehen, dass in jenem Jahr vieles zusammenkam. So wurde der neue Gonzo-Star Belladonna zu Recht mit Preisen überhäuft für ihre lesbischen Produktionen, während sie im Duo mit Glamour-Queen Jenna Jameson für das Video des Jahres im Spotlight stand.

Gleichzeitig bekam "Deep Throat", bis heute der wohl bekannteste Porno der Welt, eine Ehrung als Klassiker. Gut so. Damals stand Video noch Film gegenüber, das Internet übertrumpfte noch nicht die DVD. Kurzum: Altes und Neues stand nebeneinander, ein Klassiker wie "Misty Beethoven" wurde gar als Musical wieder aufgelegt und dafür auch geehrt.

Diese Vielschichtigkeit verschiedener Porno-Historien sucht man im stumpfen Gedaddel der Handkamera- und Mundfick-Movies heute vergebens. Ambitionierte Film-Produktionen sind - eine Folge des Internets - mittlerweile ökonomisch zum Scheitern verurteilt. Nach 2005 ging es langsam bergab für die kommerzielle Porno-Industrie - was bis heute anhält.

Aus postpornografischer Perspektive ist das natürlich gar nicht schlimm: Dieses Milieu, ähnlich von queeren Kämpfen der Vorgeneration profitierend wie heute einige Popfeministinnen vom Engagement ihrer Mamis, legte danach erst so richtig los. Die neuen Stars des Alternative- und Queer-Porns Courtney Trouble, Emilie Jouvet und Madison Young, alle Anfang 20, begannen um 2005 herum ihre Arbeit. Sie wollen Sex und Glamour, ohne auf queere Positionen und feministische Identifikation zu verzichten - im Gegenteil.

Das waren die Nuller! Der große Intro-Jahrzehntrückblick:
www.intro.de/spezial/dienuller
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