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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

mem04 erinnert an alte Anfänge

Popkomm-Feeling

Der erste Kongresstag des ins c/o pop - Festival integrierten mem04 ist vorbei, es schlägt zum "Get Together". Die Teilnehmer wirken zufrieden, auch wenn kritische Stimmen immer wieder monieren, dass es der markigen Worte ausgerechnet eines Thomas M. Steins zur Eröffnung nicht bedurft hätte. Int
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Der erste Kongresstag des ins c/o pop - Festival integrierten mem04 ist vorbei, es schlägt zum "Get Together". Die Teilnehmer wirken zufrieden, auch wenn kritische Stimmen immer wieder monieren, dass es der markigen Worte ausgerechnet eines Thomas M. Steins zur Eröffnung nicht bedurft hätte.

Interessantes dagegen am Nachmittag. Vertreter von Apple, T-Online, Audible und mp3.de diskutieren den digitalen Download. Und bei aller Freude über ein Geschäft jenseits der Erwartungen gibt es viel Kritik an der babylonischen Formatvielfalt, nutzerfeindlichen Digital Rights Management und fehlender Zusatzinformationen. Auch über Preise ist man sehr unterschiedlicher Meinung. Während Thorsten Schliesche von T-Online kritisiert, dass mit 99 Cent kein Marketing wider dem illegalen Download zu machen sei, hält sich der Apple-Vertreter in dieser Frage sichtlich zurück. Seinem Unternehmen, so betont er, läge weiterhin am Album als künstlerischem Konzept, was bislang 42% der Kunden durch ihre Downloads stützen würden. In der Frage des z.B. durch Cover-Artwork und Texte geschaffenen Mehrwerts für die Nutzer, wird erneut darauf hingewiesen, dass die Rechte dafür zumeist nicht aus gleichen Händen kämen wie die Musik selber. Laut Berechnungen von T-Online käme dadurch der Preis pro Song rund 70 Cent teurer.

Johannes Erlemann von mp3.de ist wichtig zu betonen, dass die Musik aus dem Autoradio nicht zwangsläufig diejenige sei, die die Kunden herunterladen möchten. Sein Unternehmen hat bereits den ersten Künstler unter Vertrag genommen und möchte nun in den systematischen Aufbau eigener Künstler einsteigen, ein Konzept, welches z.B. Konkurrent T-Online als außerhalb der eigenen Kompetenz sieht.

Bildlich die abschließenden Worte aus dem iTunes-Lager: Der Markt gleiche der Diskussionsrunde, in der es heiß herginge, während draußen der Sturm tobe. Nicht wenige denken dabei natürlich unwillkürlich an den Kampf um die Vorherrschaft der einzelnen Formate. VHS vs. Video2000, wir kennen das Spiel.

Man verabschiedet sich wie immer mit den obligatorischen, zum Handy geformten Fingern und den Worten "War mal wieder schön auf der Popkomm". Ähnlich gelassen hatte die einmal genauso angefangen, aber auf Nostalgie-Bierbänke wird dieser Tage in Köln zum Glück verzichtet.