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Bizarro-Update vom Chart-Skandal

Pop will eat itself

Es gibt Neues im Skandal um mögliche Chartmanipulationen bei Gracia. Neues und Bizarres zugleich. Gracia (im Universal-Vertrieb), deren Produzent David Brandes ja unter Verdacht steht, ihre Chart-Position (und die anderer Künstler wie Vanilla Ninja) durch gezielte Massenkäufe verbessert zu haben, sc
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Es gibt Neues im Skandal um mögliche Chartmanipulationen bei Gracia. Neues und Bizarres zugleich. Gracia (im Universal-Vertrieb), deren Produzent David Brandes ja unter Verdacht steht, ihre Chart-Position (und die anderer Künstler wie Vanilla Ninja) durch gezielte Massenkäufe verbessert zu haben, schoss gestern scharf gegen Jeanette Biedermann (ebenfalls Universal). Gracia erwähnte der 'Bild'-Zeitung gegenüber, jeder in der Musikbranche wisse doch, dass die Charts immer wieder durch gezielte CD-Käufe manipuliert würden. "Jeanette Biedermann hat das auch schon gemacht. Da sind sogar die CD-Kaufbelege ihres Managers gefunden worden". Jetzt schoss Universal gegen Gracia (im Universal-Vertrieb) zurück.

Musikwoche.de zitiert dazu Tom Bohne, Managing Director Universal Domestic Division, mit den Worten: "Die von Gracia erhobenen Vorwürfe sind völlig haltlos. Bereits vor einigen Jahren hat eine Untersuchung eindeutig ergeben, dass es keine Chartsmanipulation bei Jeanette Biedermann gegeben hat. [...] Wir erwägen gemeinsam mit dem Management, rechtliche Schritte einzuleiten, damit nicht weiterhin unwahre Behauptungen verbreitet werden, die unserer Künstlerin schaden könnten."

Währenddessen könnte der Skandal möglicherweise auch Auswirkungen auf Gracias Auftritt beim diesjährigen Grand Prix in Kiew haben: Die Sänger Nicole Süßmilch und Marco Matias, die beim Grand-Prix-Vorausscheid den zweiten Platz belegt hatten, halten sich jetzt für die erste Wahl. Dem Kölner Express gegenüber sagte Mathias: "Gracia hat uns um den Sieg gebracht. Fakt ist, dass vorausgesetzt, die Vorwürfe gegen Gracias Produzenten David Brandes bewahrheiten sich, Gracia wohl gar nicht dabei gewesen wäre." Seine Duettpartnerin Süßmilch ging gegenüber der Bild-Zeitung sogar noch ein Stückchen weiter: "Würde mich nicht wundern, wenn es auch beim Vorentscheid nicht mit rechten Dingen zugegangen wäre."

Die Forderung von Mathias und Süßmilch beinhaltet möglicherweise durchaus einen plausiblen Kern, vorausgesetzt der Verdacht gegen Brandes würde sich weiter erhärten: Gracia hatte sich nur dank einer Top-40-Position in der Hitparade (eine so genannte 'Wild Card') für den deutschen Vorentscheid qualifiziert. Sollte dieser Platzierung ein Betrug zugrunde gelegen haben, wäre somit auch ihre Teilnahme an der Veranstaltung nicht rechtens gewesen. Es bleibt spannend im Tollhaus Mainstream-Pop. Wenn auch nicht in künstlerischer Hinsicht.