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Dreams Top Rock

Pluramon

Ein neues Album von Marcus Schmicklers Projekt Pluramon, und ich habe die Ehre. Schmickler selbst spannt einen Bogen von A-Musik über Wabi Sabi bis zu u. a. Param, und mit dem letzten Album ›Render Bandits‹ könnte sich einer irgendwo zwischen Kreidler und Tortoise spannen, eine Spannbreite, die eine
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Ein neues Album von Marcus Schmicklers Projekt Pluramon, und ich habe die Ehre. Schmickler selbst spannt einen Bogen von A-Musik über Wabi Sabi bis zu u. a. Param, und mit dem letzten Album ›Render Bandits‹ könnte sich einer irgendwo zwischen Kreidler und Tortoise spannen, eine Spannbreite, die eine Beschreibung nicht unbedingt leichter werden lässt. Nun ja, beschränken wir uns erst mal auf das hier Gehörte: Nach einem viersekündigen leisen Gitarren-Intro folgt eine harmonisch verschachtelte Songstruktur aus luftiger Gitarre und Trompete. Dann reißt alles Getöse-artig auf. Dieser erste Einblick ist bezeichnend für die Wechselhaftigkeit des gesamten Albums. Die Enden der Stücke sind eigentlich keine, sondern bereiten elegant den Weg für den nächsten Titel. Und auch innerhalb der zehn Stücke greifen analoge und digitale Soundräume so ineinander, dass sie sich förmlich anfassen. Insofern wird der eigentliche Gegensatz analog/digital zur Tautologie, derart ausgetüftelt wirken Postrock- und Elektro-Attitüde. Die Verbindungen entstehen teils ganz dunkel, mit einem an Jazz anlehnenden Saxophon und gepinseltem Schlagzeug wie in ›Flageolea‹, wenn Julee Cruise »I’m not gonna stay« verrät, was ich ihr aufs Wort glaube. Und teils spielerisch, indem sich hellblaue Elektrofäden zwischen ruhigen, melodischen Gitarrenriffs und Julees elfenhafter Stimme spinnen. Diesen schwebenden Eindruck habe ich von ihr, seit sie ›Falling‹ für die hochverehrte Serie ›Twin Peaks‹ von David Lynch gesungen hat, und er bestätigt sich hier wieder mal. Gerade ihr Gesang steht dieser ungreifbaren Atmosphären-Architektur sehr gut und zieht sich wie ein roter Faden durch die angenehm unsteten Soundgebäude, die auch nicht von dieser Welt zu kommen scheinen. Daher lasse ich die Referenzbögen lieber in der Tasche.