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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Young Fathers, Waxahatchee, Shlohmo u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten neuen VÖs für euch gehört. Mit Young Fathers, Waxahatchee, Shlohmo u.v.m.
Geschrieben am
Young Fathers »White Men Are Black Men Too« (Big Dada / Ninja Tune / Rough Trade / VÖ 03.04.15)
Das zweite Album der Young Fathers »White Men Are Black Men Too« haben »G« Hastings, Alloysious Massaquoi und Kayus Bankole in einem Hotelzimmer in Illinois, einem Proberaum in Melbourne, einem arschkalten Keller in Berlin, einem Fotostudio in London und im Erdgeschoss ihres Proberaums in Edinburgh zusammengeschustert. Nach genau so einem kosmopoliten Allerlei zigfacher Umstände klingt das trotzdem wirklich gute Album dann auch. Verkopfte, emotionale Spoken-Word-Passagen existieren ganz selbstverständlich neben leichtfüßigen Schubidu-Ohrwürmern. Atonale Sample-Fetzen und folkloristische Versatzstücke werden um Handgemachtes aus dem Percussion-Bereich ergänzt und an den genau richtigen Stellen fürs Radio aufpoliert. (JW)

Young Fathers

White Men Are Black Men Too

Release: 03.04.2015

℗ 2015 Big Dada

Waxahatchee »Ivy Tripp« (Wichita / Coop / PIAS / Rough Trade / VÖ 03.04.15)
Bislang klangen ihre Veröffentlichungen in sich immer recht homogen, dagegen ist Katie Crutchfields dritte Soloplatte auf wohltuende Art weniger rund. Der Opener »Breathless« ist verzerrte Orgel und Gesang, monoton und feierlich. Doch schon das folgende Stück »Under A Rock« wird in Live-Manier angezählt, um nach wenigen Takten in eine gitarrendeftige Melodieseligkeit auszubrechen, die an den angepunkten Power-Pop von Bands wie den Weakerthans anknüpft. So wechselt das zum Großteil bei der Künstlerin zu Hause aufgenommene Album von Lied zu Lied zwischen Introvertiertheit und lauten Ausbrüchen. Drinnen ist es aber wie draußen: nämlich ganz außerordentlich. (MW)

Waxahatchee

Ivy Tripp

Release: 03.04.2015

℗ 2015 Wichita Recordings Ltd., under exclusive license to [PIAS] Cooperative.

Shlohmo »Dark Red« (Matador/ Beggars / Indigo / VÖ 02.04.15)
Düster und melancholisch war das Schaffen des aus Los Angeles stammenden Produzenten schon immer, mit »Dark Red« ergänzt er diese Attribute allerdings um eine weitere Dimension: Lautstärke. Die filigrane Architektur seiner früheren Veröffentlichungen weicht hier dem, was man gemeinhin als »wall of sound« bezeichnet. Klingt erst mal nicht besonders originell, nur sind Shlohmos Klangwände natürlich nicht einfach nur verdammt laut, sondern auch von einem untrüglichen Gespür für hinreißende Melodien geprägt. Insofern ist »Dark Red« vor allem ein Indiz für die Qualitäten von Shlohmos Songwriting, das eben nicht nur auf zeitgeistigem Klangdesign fußt, sondern tatsächlich etwas zu erzählen hat. (PF)

Shlohmo

Dark Red

Release: 06.04.2015

℗ 2015 True Panther Sounds

The Very Best »Makes A King« (Moshi Moshi / Coop / PIAS / Rough Trade / VÖ 03.04.15)
»Makes A King« ist maßgeblich von Esaus Heimat Malawi geprägt. Lokale Chöre und Musiker haben der Platte genauso ihren Stempel aufgedrückt wie Chichewa, die Hauptsprache Malawis. Typisch für The Very Best sind ihre zahlreichen Kollaborationen. Der bekannteste Gast ist dieses Mal Chris Baio von Vampire Weekend. Besonders positiv: Der teilweise cheesige Trance-Sound früherer Tage gehört endgültig der Vergangenheit an. (HW)

The Very Best

Makes a King

Release: 03.04.2015

℗ 2015 Moshi Moshi Records under exclusive license to PIAS/Cooperative Music

Twit One »The Sit-In« (Melting Pot/ VÖ 03.04.15)
Das hier ist Soul für den Sitzkreis: Twit One, der Kölner Beatbastler, fährt auf »The Sit-In« (Melting Pot) drei Gänge runter und rollt gemütlich den Sisal-Teppich aus. Kopfnicker haben Pause, dagegen laden Trommelgrooves, Xylofone und Soul-Samples zum Füße-Hochlegen ein. (BK)

Twit One

The Sit-In

Release: 03.04.2015

℗ 2015 Melting Pot Music

Liturgy »The Ark Work« (Thrill Jockey / Rough Trade / VÖ 03.04.15)
Nach zwei Alben ist der Quantensprung getan und Liturgy schlägt völlig aus der Art: Hunt-Hendrix’ Gutturalstimme ist auf »The Ark Work« einem schamanisch anmutenden Sprechgesang gewichen, die gleißenden Gitarrenwände einem Wimmelbild aus MIDI-Trompetenfanfaren und -dudelsäcken. Der Blastbeat ist geblieben und prügelt einem monolithischen, batteriesäuregetränkten Scheusal voller rätselhafter Rhythmus-Riten und unheimlicher Stoßgebete den Weg, welches das Überlegenheitsgefühl Liturgys deutlicher denn je zur Schau trägt. Ein Album, das erst in, dann auf die Knie zwingt. (VE)

Liturgy

The Ark Work

Release: 24.03.2015

℗ 2015 Thrill Jockey Records

The Moth »And Then Rise« (This Charming Man / Cargo / VÖ 04.04.15)
Was die drei Hamburger EntschleunigungsverfechterInnen The Moth auf ihrem zweiten Album an packenden Riffs und stoisch malmendem Betonmischer-Swing zelebrieren, erreicht in seiner Wucht fast schon Mantar-Dimensionen. Wenn nur der Gesang nicht wäre! Nonchalant und unaufgeregt im Timbre, verwebt die Band weibliche und männliche Vocals, lässt es dabei jedoch weitgehend an mitreißenden oder wenigstens irgendwie interessanten Ideen oder zumindest ein wenig Charisma missen. Das ist umso tragischer, da The Moth vom instrumentalen Unterbau her mittlerweile tatsächlich ihresgleichen suchen. (UI)

The Moth

They Fall

Release: 27.09.2013

℗ 2013 This Charming Man Records