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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Yo La Tengo, The Decemberists, Odd Couple u.v.m.

Die besten Platten der Woche

Wir haben wie immer die wichtigsten Veröffentlichungen der Woche für euch gehört. Diesmal mit Yo La Tengo, Decemberists, Juse Ju u.v.m.

Geschrieben am

Yo La Tengo »There’s A Riot Going On« (Matador / Beggars / Indigo)
Die Namensgebung bleibt quasi der einzige laute Moment auf der LP. Der Aufstand von Yo La Tengo besteht in der stoischen Ruhe, die in den Songs zelebriert wird, und wirkt wie eine sonische Anweisung, wie der aufgeheizten Stimmung in den Nachrichten, sozialen Netzwerken und der Kultur allgemein zu begegnen ist. Denn das ist die größte Stärke des Trios: Kaum eine andere Band kann kraftvoller leisetreten und zugleich liebevoller Krach machen – nur dass auf Feedback-Noise diesmal gänzlich verzichtet wird.
Timo Weber

Yo La Tengo

There's a Riot Going On

Release: 16.03.2018

℗ 2018 Matador

The Decemberists »I’ll Be Your Girl« (Rough Trade / Beggars / Indigo)
Wer die Decemberists für ihre tiefseetrunkene Melancholie liebte, den erschrecken Songs wie »Severed« bis ins Mark. Aber Zeiten ändern sich. »I’ll Be Your Girl« ist definitiv eine Überraschung. Aber schon der Opener »Once In My Life« holt die Fans ab, indem klassische Decemberists-Harmonien nach und nach mit Elektronik angefüttert werden, bis der neue Bandsound sich ungehindert Bahn bricht – man sich bei dieser Transformation aber an die Hand genommen fühlt.
Kristof Beuthner

The Decemberists

I'll Be Your Girl

Release: 16.03.2018

℗ 2018 Rough Trade

Juse Ju »Shibuya Crossing« (Juse Ju / Groove Attack)
Sein Buddy Fatoni ist schon auf der guten Seite, jetzt zieht Juse Ju mit seiner ersten vollwertigen Platte nach: Er braucht die Selbstprofilierung nicht (»7Eleven«), die dicken Karren und die Credibility, er teilt gegen die Fakeness von Charts-Typen aus (»Lovesongs«); er macht sich politisch stabil (»Propaganda«) und hat feine Grooves am Start, die Samples mit analogen Instrumenten zusammenbringen. »Shibuya Crossing« macht immer den Eindruck, als hätte Juse Ju einfach Bock drauf gehabt. Das macht ihn zu einer Ausnahmeerscheinung in einer egozentrischen Szene und die LP zur vielleicht jetzt schon besten Rap-Platte des Jahres.
Kristof Beuthner

Juse Ju

Shibuya Crossing

Release: 16.03.2018

℗ 2018 Juse Ju

Odd Couple »Yada Yada« (Cargo / VÖ 16.03.18)
Schon immer waren Odd Couple dann besonders stark, wenn sie ihren Vintage-Sound in ein modernes, völlig abgedrehtes Soundkostüm packten. Das funktioniert etwa in »Vielfraß«, einer zeitgeistkritischen Abrechnung mit der Generation Smartphone, oder dem von schwitzenden Blues-Gitarren dominierten Titelstück bestens. Die Platte strotzt im Gegensatz zum Vorgänger »Flügge« nur so von eigenwillig nach vorne preschenden Hits, auch der Stoner-Song »Robotix« gehört dazu.
Thorsten Streck

Odd Couple

Yada yada

Release: 16.03.2018

℗ 2018 Cargo Records

The Fratellis »In Your Own Sweet Time« (Cooking Vinyl / Sony)
Mal versucht sich Frontmann Jon Fratelli an Falsettgesang, mal mixen die Glasgower fernöstliche Instrumentierung mit Kinderlieder-Zitaten, mal machen sie sich die in ihrer Energie fast schon pathetischen Refrains und Gitarrensoli des Classic Rock zu eigen. In die feingeistigen Feuilletonspalten werden es die Fratellis auch mit ihrem fünften Album genauso wenig schaffen wie in die Royal Albert Hall – aber wen interessiert’s? Da ist das Bier wahrscheinlich sowieso viel zu teuer.
Jan Martens

The Fratellis

In Your Own Sweet Time

Release: 16.03.2018

℗ 2018 The Fratellis under exclusive licence to Cooking Vinyl Limited

Sango »In The Comfort Of« (Last Gang)
Sangos eigentliche Vorliebe gilt modern produziertem R’n’B für den Club – und manchmal auch fürs Schlafzimmer. Ein Stern, unter dem nun auch sein neues Album »In The Comfort Of« steht. Das ist in technischer Hinsicht immer noch extrem kunst- und anspruchsvoll inszeniert, fällt aufgrund der zahlreichen Gäste am Mikrofon bisweilen aber auch ein wenig gefällig aus. Die Pop-Ambitionen kann man ihm dennoch nicht verübeln, schließlich möchte man irgendwann auch mal mehr Leute erreichen als nur die im Club.
Philip Fassing

Sango

In the Comfort Of

Release: 16.03.2018

℗ 2018 Last Gang Records Inc.

JB Dunckel »H+« (Columbia / Sony)
Eskapismus gepaart mit Science-Fiction-Träumereien vertont Dunckel reichlich: In »Transhumanity« preist er die Erweiterung des Menschen durch Technik, solch ein Optimierungswahn ist jedoch sowohl in der Philosophie als auch in der Musik mit Vorsicht zu genießen. Dunckel will mit »H+« den Soundtrack zur Überwindung des dunklen menschlichen Daseins in luftigere Höhen geschrieben haben, ob seine retrofuturistische Musik bis dahin aber überdauert, steht in den Sternen.
Kerstin Kratochwill

JB Dunckel

H+

Release: 16.03.2018

℗ 2017 Prototyp Recording under exclusive license to Sony Music Entertainment