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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Wanda, Editors, John Grant u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten neuen VÖs für euch gehört. Diesmal mit Wanda, Editors, John Grant u.v.m.
Geschrieben am
Wanda »Bussi« (Vertigo Berlin / Universal)
Schließt man beim Hören der zwölf neuen Songs die Augen, sieht man ganze Stadien voller Menschen, die entfesselt »1 2 3 4, es ist so schön bei dir« oder »Weil du mir nein sagst« oder »Es ist scheißegal, egal, egal« grölen, die vielen Geschichten von gescheiterter Liebe und Selbstbetrug, Tod und Suff mit ihren eigenen privaten Katastrophen verbinden und sich gar nicht mal so heimlich wünschen, so cool und abgefuckt durchs Leben zu streunen wie die stolzen Loser Wanda. Denn »Bussi« ist nichts anderes als eleganter Rock’n’Roll zum Tanzen und Mit-dem-Arsch-Wackeln und Texten zum Mitschreien, Heulen und Lachen. Es ist so einfach, weil es wahr ist. (BW)
John Grant »Grey Tickles, Black Pressure« (Bella Union / Coop / PIAS / Rough Trade)
»Love is patient, love is kind ...« – umrahmt von diesen aus der Bibel entnommenen Zeilen, begibt sich der amerikanische Songwriter John Grant auf seinem dritten Soloalbum »Grey Tickles, Black Pressure« auf die innere Suche nach Frieden mit sich selbst und anderen Mitmenschen auf unserem Planeten Erde. (DV)
Der Bürgermeister Der Nacht »In Champagnerlaune« (Hand 11 / Fidel Bastro / Broken Silence)
Das Ergebnis ist ein zauberhafter Wühltisch aus Melodien, Sounds, Unverständlichkeiten und seltsamen Zeilen – als hätten Kult-Labels wie Atatak oder ZickZack tatsächlich den Kulturkampf gewonnen. Sollte es beim Bürgermeister eine durchgehende Narration geben, so ist diese perfekt versteckt. Vermutlich aber ist der üppige Unsinn selbst die Sinnstiftung des Projekts. Das ist Kunst mindestens in 1000 Jahren – und heute eine der schillerndsten Pop-Perlen des Jahres. (LV)
Nova Heart  »Nova Heart« (Staatsakt / Caroline / Universal)
Stattdessen schafft die Band eine emotional mitreißende Mischung aus New Wave, Krautrock und Electro-Pop, mit Mut zu Experimenten, ausufernden Passagen und viel Raum für anregende Geräusche, Rhythmen und eine naiv erscheinende Expressivität, deren Schlüsselreize längst die Grenzzäune und Kulturbarrieren hinter sich gelassen haben.(KT)
Editors »In Dream« (PIAS / Rough Trade)
»In Dream« ist anorganisch durch und durch, ein gestenreiches Manifest, das runtergeht wie Öl und Slowdives Rachel Goswell mit in den Schlamassel zieht. Film-Noir-Aufmachung in Artwork und Videos, 1980er-Plastiken so poliert wie Konzertflügel (und innen ähnlich hohl), klebrige Streicher, Synthie-Luftschlösser und massig Hall auf Tom Smiths getragenem Bariton, dem einzig konstanten Geschmacksträger des Editors-Sounds, der jedes noch so triviale Verslein bedeutungsschwängert. (VE)
Deafheaven (»New Bermuda« Anti- / Indigo)
Musikalisch steht »New Bermuda« für feierlichen Eskapismus allenthalben, metallenes Zähnefletschen, splitterhafte Classic-Rock-Ausflüge und ein gottverlassenes toxisches Husten ins Dunkel der Nacht. (VE)
Freiburg »Brief und Siegel« (This Charming Man / Cargo)
Freiburg beweisen: Für eine großartige Platte muss man Punk nicht neu erfinden. Man muss es einfach nur draufhaben, und zwar richtig. (JB)
Various Artists »Dear Janet« (Tin Angel Records)
Schönes Timing: Nicht nur dass Janet Jackson heute ein neues Studio-Album veröffentlicht, via Tin Angel Records ist jetzt auch der Tribute-Sampler »Dear Janet« zu bekommen. 16 Songs sind drauf, sieben Jahre hat der aus dem Kölner Musikleben bekannte Jan Lankisch für die Zusammenstellung gebraucht. Das Ergebnis ist wundervoll: eine liebevolle, experimentelle Annäherung an die Jackson von Acts wie Naytronix (feat. tUnE-yArDs), The Harpoons, Marker Starling u. a. Das Highlight liefert Scout Niblett mit ihrer Interpretation von »Nasty« als dirty Beatmonster unter softem Gesangsgewand und »That’s The Way Love Goes« von den High Places, die diese Ballade in einen verruchten Nachtlub tragen. Das Album gibt’s zunächst digital, Anfang Dezember wird eine streng limitierte Doppel-Vinyl folgen. (DK)
Cristobal And The Sea »Sugar Now« (City Slang / Universal / VÖ 02.10.15)
Zugegeben, um das Hippie-Stigma kommen Cristobal And The Sea nicht herum, aber man kann sich an »Sugar Now« auch wunderbar ohne Vollbart, Batikshirt, Joints und Räucherstäbchen erfreuen. (VR)