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Mit Von Spar, DJ Koze, The Dø u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten neuen VÖs für euch gehört. Mit Von Spar, DJ Koze, The Dø u.v.m.
Geschrieben am
Von Spar »Streetlife« (Italic / Rough Trade / VÖ 24.10.14)

Im Vordergrund von »Streetlife« steht wie bisher eine psychedelisch ausgerichtete elektronische Musik, die sich auf eine Form von Disco bezieht, welche ihren Ursprung eher in Krautrock denn in Soul hat. Neu ist die Begeisterung für Softrock, die sich am offensichtlichsten im Einsatz von geschmeidigen Saxofonen äußert. Tendenziell bewegt sich die Formensprache der Platte zwischen melodisch pointierten Songs mit starkem Popeinschlag und abstrakt gehaltenen Stücken mit Bezügen zu Library Music. Der Band gelingt, erdrückende Substanz in spacige Schwerelosigkeit zu überführen, die alles zum Schweben bringt. Unterm Strich eines der Alben des Jahres. (ML)

Von Spar

Streetlife

Release: 24.10.2014

℗ 2014 Italic

DJ Koze »Reincarnations Part 2« (Pampa / Rough Trade / VÖ 24.10.14)

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, aber wer ernsthaft behauptete, Koze verschandele mit seinen Remixen die Originale, schlägt nach dem Ableben vermutlich die Augen als Fruchtfliege auf. Der Hamburger DJ und Elektronikmusiker fasst auf »Reincarnations Part 2« Tracks von Herbert, Caribou, Ada oder Soap & Skin nachgerade zärtlich an, lässt im Zweifel lieber einen Beat weg, als Kirmes zu veranstalten, und dreht dafür die Weirdness auf – die warm und verschroben statt kalt und verstörend daherkommt. Die gesammelten Auftragswerke von 2009 bis 2014 sind oft deswegen so gut, weil sie von echter Neugier und Freude am Material zeugen. Tolle Platte, bitte forwarden. (MW)

DJ Koze

Reincarnations, Pt. 2 - The Remix Chapter 2009 - 2014

Release: 24.10.2014

℗ 2014 PAMPA RECORDS

Lily & Madeleine »Fumes« (Asthmatic Kitty / Cargo / VÖ 24.10.14)

Die Jurkiewicz-Schwestern aus Indianapolis erschaffen mit zweistimmigem Gesang die Magie ihres Folk-Pop, klingen jünger als The Staves und zurückgenommener, zarter als First Aid Kit. Die ältere Madeleine kratzt gerade mal an den Zwanzigern, ihre helle Stimme harmoniert vollkommen mit dem dunklen Organ der jüngeren Lily. Man möchte sich nicht entscheiden, ob es sich hier um Teenagerliebe auf höchstem Niveau handelt oder ob die Musik der Schwestern doch zu »reif« für so eine Schublade ist. »Fumes« ist weder neu, provokant oder kantig, doch selten wurde der – erwachsene – Schmerz der Unsicherheit über die eigenen Gefühle so sicher eingefangen, wurden tief sitzende Ängste schöner bebildert. (EH)

Lily & Madeleine

Fumes

Release: 28.10.2014

℗ 2014 Asthmatic Kitty Records

Mono »The Last Dawn« & »Rays Of Darkness« (Pelagic / Cargo / VÖ 24.10.14)

Die japanischen Psych-Progger Mono benedeien ihre ergebenen Fans gleich mit zwei Alben, die so gegensätzlich sind, wie sie fugenlos ineinandergreifen. »The Last Dawn« präsentiert sich als das zugänglichere, freundlichere Werk. Unter der Oberfläche jedoch brodelt die schwerblütige Düsternis, die sich auf dem Zwillingsalbum »Rays Of Darkness« vollends Bahn bricht. Mahlender und gröber, aggressiver und verzweifelter artikuliert die Musik nun Verlust, Schmerz und Angst – Emotionen, die der Gesang von Gast-Vokalist Tetsu Fukagawa der Noise-Epiker Envy kongenial katalysiert. Zwei sehr fordernde und lohnende Alben, die beweisen, dass mehr manchmal eben doch mehr ist. (UI)

Mono

The Last Dawn

Release: 24.10.2014

℗ 2014 DooLoad.de

Mono

Rays of Darkness

Release: 24.10.2014

℗ 2014 DooLoad.de

New Build »Pour It On« (Sunday Best / PIAS / Rough Trade / VÖ 24.10.14)

New Build sind noch immer die experimentierendere und inhaltlichere Version Hot Chips. Dem Seitenprojekt, an dem die Bandmitglieder Al Doyle und Felix Martin beteiligt sind, geht es weniger um Club-Hits denn um das Ausloten der poetischen Aussagekraft von Electro-Pop-Songs. Auch »Pour It On« orientiert sich an der Ästhetik Depeche Modes und der Pet Shop Boys – allerdings ohne die Musik auf Hooklines zu konzentrieren. Dadurch geraten New Build in die Bedrängnis, ihre Stücke auf der ganzen Strecke substanziell zu gestalten. Diese Aufgabenstellung gelingt ihnen weitgehend gut, wenn auch ohne echte Höhepunkte. Hin. Dennoch ist »Pour It On« ein Album, das die Hörgewohnheiten von populärem Electro-Pop aufbricht. (CS)

New Build

Pour It On

Release: 17.10.2014

℗ 2014 Sunday Best Recordings Ltd

The Dø »Shake, Shook, Shaken« (Embassy of Music / Warner / VÖ 24.10.14)

Wie das französisch-finnische Duo im Titel »Shake, Shook, Shaken« konjugiert, werden alle Stücke kräftig durchgeschüttelt, vom Präsens in die Vergangenheit geschleudert, bis sie schließlich in futuristische Electro-Beats ufern. Mit synthetischen Sounds erschaffen Olivia Merilahti und Dan Levy Ebenen und Schichten von kleinen Geschichten, großen Epen und abenteuerlichen Melodien und begeben sich dabei auf meist unebenen und spannenden Boden. Die Marschroute wird immer wieder von Militärrhythmen und treibenden Percussions spielerisch vorangetrieben. Man kann sich vorstellen, wie den beiden eine kunterbunte und fröhliche Menge tanzend folgt. Wie einst dem Rattenfänger von Hameln. (KK)

The Dø

Shake, Shook, Shaken

Release: 24.10.2014

℗ 2014 Embassy of Music under exclusive licence from Get Down!/Wagram Music

Cooly G »Wait ‘til Night« (Hyperdub / Cargo / VÖ 24.10.14)

Merisa Campbell alias Cooly Gs »Wait ‘til Night« ist ein rundes und durchhörbares Album geworden. Ihre Wurzeln sind auch hier durchweg präsent, genau wie die Begeisterung für die Soundsystems des Reggae. Dazu mischt sie dunklen Synthie-Pop mit raumfüllenden Bässen, komplett unkitschigem R’n’B, pulsierenden, aber gebrochenen Triolen-, Jungle- und HipHop-Beats sowie Dub-Reggae samt scharfen Rhythmus-Gitarren und Melodica-Melodien. Die einzelnen Stücke sind eher Songs als Tracks, Campbells Texte beschreiben meist Lust, Verführung und Sex; das Schlussstück zeigt die Süd-Londonerin jedoch als wütend rappende allein gelassene Mutter. »Wait ‘til Night« ist deep, basslastig und völlig unaufgeregt, dabei aber trotzdem zugänglich und leichtfüßig. (AB)

Cooly G

Wait 'Til Night

Release: 20.10.2014

℗ 2014 Hyperdub

Munk »Chanson 3000« (Gomma / Groove Attack / VÖ 24.10.14)

Dieser Tage ist »Disco« das Etikett, das es erlaubt, mit Stil abzugehen, und Mathias Modica, Münchner Gomma-Labelgründer, bringt als Munk mit »Chanson 3000« nun ein sehr leichtes Disco-Album heraus. Dieses steht nicht in der Tradition des puristischen 1970er-Disco-Revivals, wie die Norweger Lindstrøm und Todd Terje es derzeit vorantreiben, sondern erinnert eher an Daft Punks »Get Lucky« oder Pharrells »Happy«. Modica ist dies bewusst, und er bezeichnet sein mittlerweise viertes Album so auch als ironische Reaktion auf jene Chartsstürmer. Doch Vorsicht: Ironie ist der Feind des Spaßes! Also besser zu der wilden Spaßmischung auf »Chanson 3000« stehen und gedankenlos abhotten. (HR)

Munk

Chanson 3000 (Bonus Track Edition)

Release: 24.10.2014

℗ 2014 Gomma