×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit The National, Cro, Alex Cameron u.v.m.

Platten der Woche

Wir haben wie immer die wichtigsten Veröffentlichungen der Woche für euch gehört. Diesmal mit The National, Cro, Alex Cameron u.v.m.
Geschrieben am
The National »Sleep Well Beast« (4AD / Beggars / Indigo)
»Sleep Well Beast« von The National macht es einem nicht so leicht. »I’ll Still Destroy You« beginnt, wie auch ein Zola-Jesus-Song beginnen könnte, und wird dann zu einer schmerzhaften, balladesken Reflexion Berningers über die eigenen Unzulänglichkeiten. Wer ein durchweg politisches Album erwartet hat, wird dabei nur vordergründig enttäuscht. Berninger selbst sagt, er verstehe nicht, wie man als Songwriter die Politik aus seinem Schreiben heraushalten könne
Daniel Koch

The National

Sleep Well Beast

Release: 08.09.2017

℗ 2017 4AD

Cro  »Tru« Chimperator / Groove Attack
Das monolithisch im Zentrum seines neuen Albums sitzende, über zwölf Minuten lange »Computiful« könnte seinen übertriebenen Auto-Tune-Einsatz zwar als satirisches Mittel zur Unterstreichung des Inhalts rechtfertigen, ist aber im Gegensatz zum zweiten Kernstück »Baum« ein einziges Ärgernis. Viel besser stehen Cro die luftig-leichten Kopfnicker, diese eigene Mischung aus souligem Musiker-HipHop und gesprochenem Dream-Pop. 
Oliver Uschmann

Cro

tru. (Deluxe Edition)

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Chimperator

Alex Cameron »Forced Witness« Secretly Canadian / Cargo
»Nein, Alex Cameron ist alles andere als eine arrogante Flitzpiepe. Und auch seine Musik wächst – glaub mir doch, Liebes!« Auf seinem Debüt mimte der Australier noch den »dumbest, richest guy at the bar« und beschäftigte sich mit gescheiterten Existenzen des Show-Business; nun ist er mitten im Leben angekommen. Klang beim Debüt noch neben Bruce Springsteen vor allem der repetitive Sog von Suicide durch, so hat Cameron seine Songs nun offener gestaltet.
Sebastian Jegorow

Alex Cameron

Forced Witness

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Secretly Canadian

Alvvays »Antisocialites« Transgressive / Coop / PIAS / Rough Trade
Den besonderen Reiz von Alvvays macht weiter die Stimme von Sängerin Molly Rankin aus. In ihrem Gesang findet sich eine Mischung aus kühler Melancholie und trockenem Witz. Wie in der Single »In Undertow«, die mit den Zeilen »What’s left for you and me? I ask that question rhetorically« abgeklärt das Ende einer Beziehung verarbeitet, oder im stoisch vor sich hin groovenden »Dream Tonite«, das gerade aufgrund des schlafwandlerischen Gesangs so spannend klingt.
Dominik Bruns

Alvvays

Antisocialites

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Polyvinyl Record Co. under exclusive license to Transgressive Records Ltd. / [PIAS]

Death From Above »Outrage! Is Now« (Last Gang)
»Outrage! Is Now« von Death From Above ist das erste Album nach dem Wegfall des Zahlen-Anhängsels 1979 und kein totaler Rohrkrepierer. Aber eine veritable Hetzjagd wie »You’re A Woman, I’m A Machine« und ganz allgemein die Rauheit des Debüts vermisst man hier noch mehr als auf der Reunion-Platte »The Physical World«. Doch all das ist Jammern auf hohem Niveau, denn gegen den Sound von Death From Above wirken die erfolgreicheren Royal Blood immer noch wie Schlaftabletten.
Carsten Schumacher

Death from Above 1979

Outrage! Is Now

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Last Gang Records Inc.

Motorpsycho »The Tower« (Stickman / Soulfood)
»The Tower« ist thematisch dem Turmbau von Babel gewidmet und verströmt seine Reize erst nach und nach. Es handelt sich hier nämlich um einen harten Brocken, der zehn Stücke auf 85 Minuten verteilt – und in der Summe wieder härter rockt. Das ist anstrengend, unbequem, kryptisch aber auch unfassbar unterhaltsam. So wie ein frühes Album von The Mars Volta. Wer hier dranbleibt, wird belohnt und in hart wirbelnden Stücken wie der Single »A.S.F.E« großartig durchgeschüttelt.
Kai Wichelmann

Motorpsycho

The Tower

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Stickman Records

Mount Kimbie »Love What Survives« (Warp / Rough Trade)
M
it »Love What Survives« liegt Album Nummer drei vor, und Mount Kimbie scheinen sich nicht so recht entscheiden zu können, wo sie hinwollen. Wie schon auf dem Vorgänger setzt King Krule mit seiner rotzigen Stimme Highlights, und auch James Blake und Micachu sind mit von der Partie. Doch speziell in den Stücken ohne Gaststars scheint das Duo den nötigen Kniff nicht zu finden. Insgesamt gilt: »Love what evolves« wäre der bessere Ansatz gewesen. Stattdessen liest sich der Albumtitel wie eine Rechtfertigung, in Routine zu verharren.
Kai Wichelmann

Mount Kimbie

Love What Survives

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Warp Records

Razz  »Nocturnal« (Long Branch / SPV)
Aktuell drängt sich der Verdacht auf, dass gerade unzählige neue junge Indie-Rock-Bands wie Pilze aus dem Boden sprießen und schnell ansehnliche Erfolge vorweisen können. Razz gehören durchaus dazu. Ihnen gelingt mit »Nocturnal« im Vergleich zu ihrem Debütalbum eine reife Weiterentwicklung, die unverhohlen auf Indie-Tanzflächen schielt. Natürlich haben Razz noch Luft nach oben, dennoch fehlt nicht mehr viel, um in Sphären von Bands wie Interpol oder The National aufzusteigen.
Helen von Daacke

Razz

Nocturnal

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Long Branch Records

Romano »Copyshop« (Vertigo Berlin / Universal)
»Copyshop« ist der Ort, an dem Romano tatsächlich jahrelang arbeitete. Jeder kann in Romanos Copyshop alles werden: Ausweis kopieren, Stempel drüber, laminieren. Das Bild scheint auch gut zur Herangehensweise des Rappers zu passen, denn Romano hat keine wirklichen Berührungsängste. Doch auch ungewohnt authentische Töne schlägt Romano an, wenn er in »König der Hunde« zu gekonnt minimal gehaltenen Beats des Berliners Siriusmo von der Nachwendezeit erzählt.
Konstantin Maier

Romano

Copyshop

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Romano, under exclusive license to Vertigo/Capitol, a division of Universal Music GmbH

Nothing But Thieves  »Broken Machine« (RCA / Sony)
Die zweite Platte von Nothing But Thieves »Broken Machine« ist eine feine Mischung aus mitreißenden Stadion-Rock-Hymnen und gefühlvollen Pop-Rock-Balladen. Die Highlights sind dabei die eingängig-melodiösen Refrains. Mit euphorisch-jauchzendem Falsett-Gesang trägt Frontmann Conor Mason durch die elf Songs und lädt nach dem Hüpfen noch zum Schwofen ein. Doch leider bleibt bei all dem etwas auf der Strecke: »Broken Machine« fehlt es komplett an Ecken und Kanten.
Tobias Tißen

Nothing But Thieves

Broken Machine (Deluxe)

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Sony Music Entertainment UK Limited

Zola Jesus »Okovi« (Sacred Bones / Cargo)
2014 weihte Zola Jesus mit »Taiga« ein ganzes Album dem borealen Nadelwald. Einen wohnlicheren Eindruck erweckt »Okovi« jedoch nicht. Vielmehr hat Zola Jesus einen weiteren Eispalast der Klänge erbaut, in dem der Atem in glitzernden Kristallen zu Boden segelt. Mit Shannon Kennedy, Ted Byrnes und WIFE haben Kollegen den »Okovi«-Kosmos mitgestaltet, was der Platte neben einem facettenreichen Sound auch Aussetzer beschert hat.
Valentin Erning

Zola Jesus

Okovi

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Zola Jesus, under exclusive license to Sacred Bones Records.