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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit New Order, Disclosure, Chvrches u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten neuen VÖs für euch gehört. Diesmal mit New Order, Disclosure, Chvrches u.v.m.
Geschrieben am
New Order »Music Complete« (Mute / GoodToGo)
An ihrem ersten Studioalbum seit zehn Jahren überrascht zuerst einmal, dass es überhaupt existiert. Peter Hook verließ bekanntlich wutschnaubend die Band, dafür ist Gründungsmitglied Gillian Gilbert wieder dabei, plus Phil Cunningham an den Keyboards und Tom Chapman am Bass. Dieses Album wird wohl genau das schaffen, was es wollte: Die alten Schäfchen einfangen und sie noch mal in Bewegung versetzen, während man sich gemeinsam auf die Strahlkraft der gemeinsamen frühen Jahre besinnt. Ob New Order jenseits davon noch neue Hörerschichten erschließen können, darf indes immer noch bezweifelt werden. (DK)
Wenn Disclosure ins Studio rufen, kommen alle. Auf seinem neuen Album »Caracal« versammelt das britische Electro-Duo um die Brüder Guy und Howard Lawrence eine beachtliche Riege an Stars – und das hört man. Mit dem R’n’B-Sänger The Weeknd am Mikro und einer Synthie-Reminiszenz an Frankie Knuckles’ House-Klassiker »Your Love« im Rücken gibt der Opener »Nocturnal« die Richtung ihres Zweitwerks vor. Mehr Pop, weniger Club-Sound. (DV)
Die dunklere Independent-Note des Debüts ist zu einem kleinen Inspirationsrest heruntergekocht worden, während Mayberry sich gesanglich weiterentwickelt hat, ohne dass sie mit schwierigen Tonhöhen oder rhythmisch komplexen Melodien auftrumpfen muss. Der Electro-Pop der Schotten ist einseitig massenkompatibel – außer in Großbritannien wird ihnen der Zutritt zu den Top 10 wohl trotzdem verwehrt bleiben. (KT)
Peaches »Rub« (I U She / Indigo)
Fette Bässe, harte Claps und coole Raps: »Rub« haut von der ersten Minute voll rein. Dabei ist es schon über 15 Jahre her, dass Merrill Nisker mit »The Teaches Of Peaches« ihren aggressiven, genderkämpferischen Stil etabliert hat. Sie schafft es auf »Rub«, aktuelle Trends wie Bass Music (»Close Up«, mit Kim Gordon) und Trap-Sounds (»How You Like My Cut«) im richtigen Maß aufzunehmen und so ihren Stil zu modernisieren, ohne ihn zu verlieren. Und wieder geht es um alle Arten von Körperflüssigkeiten und -teile unterhalb der Gürtellinie. (HR)
The Dead Weather »Dodge And Burn« (Third Man / ADA / Warner)
Jack White hat wieder Sehnsucht danach bekommen, das Gefühl von einst wiederzubeleben. Und, kaum zu glauben: Er hat es tatsächlich geschafft. »Dodge And Burn« schafft es wieder, die typisch rostigen Analog-Riffs Whites mit dem Sinn für verschleppende Reduktion von Alison Mosshearts Ex-Band The Kills zusammenzubringen und das Ergebnis, wie von White gewohnt, fantastisch klingen zu lassen. (CS)
Dass »Have You In My Wilderness« für die Künstlerin eine besonders schwere Geburt gewesen sein soll, hört man dem Album indes nicht an. Ansteckende Melodien, überschwängliche Harmonien und eine ungemein dichte Produktion von Grammy-Gewinner Cole Greiff-Neill, der auch schon das letzte Beck-Album verschönern durfte. (KP)
 Boysetsfire »Boysetsfire« (End Hits / Cargo)
»Coward« heißt der wohl einzig gute Song auf diesem Album. Boysetsfire-Sänger Nathan Gray hat all seine Kraft zusammengenommen und schreit den Hörern den Titel des Songs ins Gesicht. Ein großer und beeindruckender Moment, auch, weil Gray ein ziemlich kleiner Mann ist. Damit hätten wir den Höhepunkt des neuen Albums »Boysetsfire« auch schon abgehakt. Was die Band sonst auf der LP veranstaltet, ist Emo-Rock vom Fließband. (JB)
Kurt Vile »B’lieve I’m Going Down« (Matador / Beggars / Indigo)
Dass seine Musik von einer kauzigen, lässigen und bisweilen eigenbrötlerischen Aura umschlossen wird, ist Kurt Viles Markenzeichen. Ein Blick in sein Gesicht – sofern es unter der langen Mähne zu erkennen ist – signalisiert: Der Mann ist nicht bei uns. Es ist diese Herangehensweise, die die Fähigkeit des Mannes aus Philadelphia, Songs in alter Slacker-Manier zu verwischen und seinen Gitarrensound den »Original Content«-Stempel aufzudrücken, maßgeblich mitbestimmte. (KW)
Fehlfarben »Über ... Menschen« (Tapete / Indigo)
Menschen – was soll man zu denen schon groß singen? Sie sind es doch gar nicht wert. Und genau das ist es, was Hein & Co. in 13 schmissigen, mal knarzenden und mal schubsenden Songs aussagen. Gemächlicher Schwof ist hier an, in heutigen Relationen noch mal bissiger klingende Slogans natürlich auch. Dass die Fehlfarben sich keine Illusionen darüber machen, von der Jugend verstanden zu werden, ist für ihre Fans und die Qualität des Albums womöglich die beste Nachricht. (CS)
Benjamin Damage »Obsidian« (50 Weapons / Rough Trade)
Seit jeher stand Benjamin Damages Techno-Entwurf für die von 50 Weapons propagierte Linie, den reduzierten Berliner Techno mit britischer Melancholie und Rave-Reminiszenzen zu verbinden. Auf seinem dritten Album macht er nichts anderes, das dafür aber ziemlich gut. Wieder besticht seine Form der schönen Kontraste: Wohlig weiche Synthesizer-Chords schweben über dubbigen, druckvollen Kickdrums, präzise peitschende Hi-Hats komplettieren das Bild von Weite und Erhabenheit. (LH)