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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Little Simz, Ólafur Arnalds & Nils Frahm, El Vy u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten neuen VÖs für euch gehört. Diesmal mit Little Simz, Ólafur Arnalds & Nils Frahm, El Vy u.v.m.
Geschrieben am
Little Simz »A Curious Tale Of Trials And Persons« (Age 101 / Rough Trade)
Selbstbewusstsein und Leidenschaft spiegeln nicht nur ihre Entscheidungen, sondern auch die LP konsequent wider: der von Alles-oder-nichts-Attitüde durchtränkte Opener »Persons«, das zartere, melodischere »Wings« oder auch »Graditude«, dem ein wildes Flirren aus flüsterndem Stimmengewirr und die Vocals des Duos The Hics etwas Mystisches und Mantraartiges verleihen. Little Simz klingt impulsiv, ungehalten, manchmal sogar fast etwas unüberlegt. Sie klingt bereit, Fehler zu machen, wenn es denn ihre eigenen sind. Ihre Selbstbestimmtheit gibt sie für Sicherheit jedenfalls nicht auf. Nicht als Frau und nicht als Künstlerin. (JW)

Little Simz

A Curious Tale of Trials + Persons

Release: 18.09.2015

℗ 2015 AGE 101 MUSIC

Nils Frahm & Ólafur Arnalds »Collaborative Works« (Erased Tapes / Indigo)
Stets zeigt das Duo Mut zum Experiment, wie etwa bei »Three«, wenn ein Akkord quasi das gesamte Stück durchgehalten wird. Ätherische Klavier-Improvisationen treffen auf verdubbte elektronische Miniaturen. Besonders spannend sind die vielen improvisierten Sessions. Es ist und bleibt Musik, die man am besten im Liegen konsumiert, während man sich und sein Universum vergisst. (KM)

Erased Tapes (Indigo)

Collaborative Works

EL VY »Return To The Moon« (4AD / Beggars / Indigo)
EL VYs Debüt ist ein kongenialer Indie-Rock-Prototyp auf der Schwelle zur Blödelei und erweckt den Eindruck eines Füllhorns künstlerischer Lust: Alles ist erlaubt, das meiste davon sogar sexy – grüne »Fuck Me!«-Shirts mit Kragen zum Beispiel –, Verschwörungsopfer Paul McCartney darf wieder leben (»Paul Is Alive«) und Konstantin Gropper ruhig schon mal richtig feucht träumen, denn das hier wird ihm zweifellos gefallen. Kleiner Gruß aus der Küche: »I’m peaceful cause my dick’s in sunlight, held up by kites.« Kinder, wird das ein steiler Herbst. (VE)

EL VY

Return to the Moon

Release: 30.10.2015

℗ 2015 4AD

Sharon Jones & The Dap-Kings »It’s A Holiday Soul Party« (Daptone / Groove Attack)
Wer bei diesem Programm noch mit dem Retro-Vorwurf kommt, sollte sich ohnehin besser anderen Themen zuwenden. Alle anderen dürfen sich den Schlips binden, ordentlich ihre Muskeln lockern und die Gliedmaßen schütteln. Und hoffen, dass Sharon Jones ihrem jüngst zurückgekehrten verdammten Krebs weiterhin erfolgreich die Stirn bieten kann. (CG)

Sharon Jones & The Dap-Kings

It's a Holiday Soul Party

Release: 30.10.2015

℗ 2015 Daptone Records

Maserati »Rehumanizer« (Temporary Residence / Cargo)
Aus dem langsamen, in Dutzende Geräusche eingebetteten Opener »No Cave« wandelt sich ein Synthesizer-Experiment hin zum androgynen Rock-Brett (»Living Cell«), streift zwischendurch kühle Filmscores von Jan Hammer und bärtige Rockposen der Hipster-Neuzeit. Und dann schlagen zwei monotone Gesänge ein neues Kapitel auf: Innovation statt Rekonstruktion. Dieses Postrock-Ding bleibt ein musikalischer Sonderling, den Maserati bis hin zur Perfektion dressiert haben. (KT)

Maserati

Rehumanizer

Release: 30.10.2015

℗ 2015 Temporary Residence Ltd.

Jeffrey Lewis & Los Bolts »Manhattan« (Rough Trade / Beggars / Indigo)
Seit seiner Zeit als Antifolk-Aushängeschild in den 2000ern hat er sich seine DIY-Attitüde immer bewahrt. Er zeichnet Comics, macht seine Plattencover selbst und schafft es darüber hinaus, beständig zu touren und Platten zu veröffentlichen. Sein Ding sind karge, teilweise fehlerhaft gespielte Folk-Schemata, die wie kleine Motten um seine ausufernden Monologe kreisen. Let’s hear it for New York! (HW)

Jeffrey Lewis

Manhattan

Release: 30.10.2015

℗ 2015 Rough Trade

T.Raumschmiere »T.Raumschmiere« (Shitkatapult / Indigo)
Absolut nichts an dieser Platte erinnert noch an Tracks wie »E« oder »Monstertruckdriver«. Die selbstbetitelte Scheibe lässt ohne Zweifel Raum zum Träumen und entführt einen ins Sphärische. Dass das Album trotz des offensichtlichen Stilbruchs in der Summe etwas zu berechenbar bleibt, ist allerdings ein Wermutstropfen. (CS)

Albumlabel (Indigo)

T.Raumschmiere

Von Brücken »Weit weg von fertig« (Four / Sony)
Dem Fan kann all diese Trennungs-Folklore letztlich egal sein. Man spürt, dass Nicholas befreiter wirkt als zuvor, Lieder und Texte scheinen ihm wieder mehr Spaß zu machen. Ein Umstand, der sich natürlich umgehend auf den Hörer übersetzt. »Lady Angst« nagelt dabei sein großes Thema der letzten Jahre und kommt an eins der sicher besten Jupiter-Jones-Stücke überhaupt dran, an »Hallo Angst, Du Arschloch«, das dereinst im selben Abgrund wühlte. (LV)

von Brücken

Weit weg von fertig

Release: 30.10.2015

℗ 2015 Four Music Productions GmbH

A Tribe Called Knarf »Es ist die Wahrheit, obwohl es nie passierte« (Staatsakt / Caroline / Universal)
Gemeinsam mit seiner Band aus DJ Patex und Viktor Marek hat Knarf Rellöm einmal mehr einen Mix aus verunglücktem HipHop, Lo-Fi-Beatbox-Pop und Rock-Rebellion mit zitierwürdigen Phrasen aufgenommen, den man erst dann goutieren kann, wenn man nicht mehr alles ständig hinterfragen will. Dann ist das mitunter nämlich recht unterhaltsam und stellenweise sogar tanzbar. (KT)

A Tribe Called Knarf

Es ist die Wahrheit obwohl es nie passierte

Release: 30.10.2015

℗ 2015 Staatsakt.

Diverse »Ostgut Ton | Zehn« (Ostgut Ton / Kompakt / Rough Trade)
Die Jubiläums-Compilation wirft keinen Rückblick auf vergangene Jahre, sondern hat von allen involvierten Produzenten neue Beiträge eingesammelt. Die 30 Tracks bilden somit treffend einen aktuellen Querschnitt durch die mit dem Club assoziierte Musikszene ab. Qualitativ über jeden Zweifel erhaben, funktioniert diese umfassende Werkschau sowohl als Einstieg für neue Technojünger als auch für eingefleischte Fans. (LH)

Various Artists

Ostgut Ton Zehn

Release: 30.10.2015

℗ 2015 Ostgut Ton