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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Kesha, Oneohtrix Point Never, Blondes, u.v.m.

Platten der Woche

Wir haben wie immer die wichtigsten Veröffentlichungen der Woche für euch gehört. Diesmal mit Kesha, Oneohtrix Point Never, Blondes, u.v.m.
Geschrieben am
Kesha »Rainbow« (Kemosabe Records / RCA Records)
Musikalisch ist »Rainbow« Pop durch und durch, fett und glatt produziert, fürs Mainstream-Radio gedacht. Etwas anderes von einem internationalen Superstar wie Kesha zu erwarten, wäre auch naiv. Klanglich gibt es wenige Überraschungen, was sie jedoch auf der Textseite klar wieder ausgleicht. In »Rainbow« hören wir viel von überwundener Bitterkeit und vor allem zurück erlangter Stärke. »This record literally saved my life«, sagte Kesha. »Rainbow« ist nicht nur ein Pop-Album, es ist eine in die Luft gereckte Faust.
Julia Brummert

Kesha

Rainbow

Release: 11.08.2017

℗ 2017 Kemosabe Records

Oneohtrix Point Never »Good Time Ost« (Warp / Rough Trade)
Der Score zum gefeierten Thriller-Drama »Good Times« des Amerikaners Daniel Lopatin alias Oneohtrix Point Never wird dominiert von kühlen, wummernden Synthie-Soundwänden. Diese kommen mit einem prägnanten Retro-Sound daher, der oft an Vangelis oder Elektro-Pionier Jean-Michel Jarre erinnert. Dabei wirken die einzelnen Tracks so lebendig, dass man sich allein dadurch prompt hinter das Steuer eines durch nächtlich-neonbeleuchtete Straßen rasenden Wagens versetzt fühlt.
Tobias Tißen

Oneohtrix Point Never

Good Time Original Motion Picture Soundtrack

Release: 11.08.2017

℗ 2017 Warp Records

Blondes »Warmth« (R&S)
Für ihre hardwareorientierte Herangehensweise und ein bemerkenswertes melodisches Gespür bei exzessiven Improvisationen am Pult ist das New Yorker Duo Blondes seit den frühen 2010ern bekannt. Das Album hat Atmosphäre und ist trotzdem tanzbar – gerade passend also für den clubaffinen, aber stilistisch ausgefransten Katalog von R&S. Für eine langanhaltende Wirkung fehlt diesem Album vielleicht der große Knall, doch bleiben jede Menge lustvolle Momente.
Nils Schlechtriemen

Blondes

Warmth

Release: 11.08.2017

℗ 2017 R&S Records

Rat Boy »Scum« (Parlophone / Warner)
Jordan Cardy, dieser vortragsvirtuose Vorstadtschelm aus Essex, liefert tatsächlich eine der spannendsten und ausgetüfteltsten Platten des Jahres. Mit dem Schalk im Nacken toben Cardys punktpräzise Raps, als hätte sich Kooks-Sänger Luke Pritchard endlich aus dem Stimmbruch verabschiedet. »Scum« ist der pulsbeschleunigende Wachmacher, der nicht nur für die vom Brexit desillusionierte Millennial-Generation zum richtigen Zeitpunkt auftaucht.
Benni Bender

RAT BOY

SCUM

Release: 11.08.2017

℗ 2017 Parlophone Records Limited, a Warner Music Group company, with the exception of tracks 6 & 9 (P) 2015 Parlophone Records Limited & track 4 (P) 2016 Parlophone Records Limited.

So Much Light »Oh, Yuck!« (Anti - / Indigo)
So Much Light reiht sich ein in die Riege beachtlicher Meta-R’n’B-Debüts junger weißer Musikakademie-Boys in diesem Jahr, jedoch härter und politisch: Den Track »Full Body Mirror« etwa beschreibt Verrett als Auseinandersetzung mit sexistischen Mikroaggressionen zu Disney-Arrangements. Mit Funk-Gitarre, Synthies, Verzerrungen, Flöten und Saxofonen entsteht ein Sounduniversum, das seine Weisheit so fein hinter gewitzter Plumpheit versteckt wie gute Punk-Alben. 
Steffen Greiner

So Much Light

Oh, Yuck

Release: 11.08.2017

℗ 2017 Anti

The Riptide Movement »Ghosts« (Universal)
 The Riptide Movement scheinen bei der Komposition von »Ghosts« komplett die Landkarte verloren zu haben. Mal erinnern die zwölf Songs an Klavierpop der Marke Keane, mal an die bittere Zerbrechlichkeit der Magnetic Fields. Das alles ist stets eingängig, jedoch selten so sehr mit Hit-Garantie auf den Punkt gespielt wie der durchweg mit Springsteen-Rock infusierte Vorgänger »Getting Through«. Aber ohne genaue Navigation purzelt man den Pop-Olymp eben auch schnell wieder herunter.
Jan Martens

The Riptide Movement

Ghosts

Release: 21.10.2016

℗ 2016 The Riptide Movement, under exclusive licence to Universal Music Ireland Ltd

Downtown Boys »Cost Of Living« (Sub Pop / Cargo)
Auf »Cost Of Living« nehmen sich die Downtown Boys der Missstände und Ungerechtigkeiten im Politischen wie Privaten an. Victoria Ruiz keift und knurrt mal auf Englisch, mal auf Spanisch gegen hochnäsige Club-Besitzer oder den geplanten Bau einer ganz bestimmten Mauer. Der Punk, der das Fundament für ihre ehrlichen wie emotionalen Tiraden bildet, ist so energisch wie schnörkellos.Die besten Statements verankern sich nicht nur im Hirn, sondern gehen auch in Hüften und Beine.
Jan Martens

Downtown Boys

Cost of Living

Release: 11.08.2017

℗ 2017 Sub Pop Records