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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Justice, Ian Fisher, Hyphen Hyphen u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten VÖs für euch gehört. Diesmal mit Justice, Ian Fisher, Hyphen Hyphen u.v.m.
Geschrieben am
Justice »Woman« (Warner)
Bei Justice weiß man, was man bekommt: Schamlose Schweinerock-Breitwand-Disco jenseits von Gut und Böse. Was aus dem Pariser Label Ed Banger hervorgegangen ist ließ sich schon immer erstaunlich schwer bewerten. Das liegt an der ans Peinliche grenzenden Megalomanie und Bro-Party-Attitüde, gepaart mit übersprudelnder Kreativität und Fuck-Peinlichkeits-Coolness. So haben diese Künstler konsequent polarisiert, und auch »Woman«, dem dritten regulären Album von Justice, wird es kaum anders ergehen.
Henje Richter

Justice

Woman

Release: 18.11.2016

℗ 2016 Genesis under exclusive licence to Ed Banger records / Because Music. LC33186

Ian Fisher »Koffer« (Popup / Soulfood)
Ein Mann und sein Koffer. Die Metaphern sind klar: Reise, Gepäck, Last, Überraschung. Unter den Songs von Ian Fisher finden sich aber auch ein paar Schätze. Auf sein neues Album hat er wieder einen hübschen Soundtrack für die Generation Backpacker gepackt. Dass er sich viel in Berlin aufgehalten hat, ist biografisch wichtig und erklärt auch den lustigen deutschsprachigen Titelsong mit der epischen Zeile: »Du bist keine Stadt. Du bist gar nix«. Vielleicht singt er auch etwas ganz anderes. Denn obwohl Deutsche es so lieben, Amerikaner ihre Sprache sprechen oder singen zu hören, versteht man natürlich »gar nix«.
Paula Irmschler

Ian Fisher

Koffer

Release: 18.11.2016

℗ 2016 Popup-records

Hyphen Hyphen »Times« (Parlophone / Warner)
Sing Halleluja! Vier Franzosen benennen sich nach einem Bindestrich und streben nicht weniger als die ganz große musikkulturelle Symbiose im Pop an. Der Hyphen, der Bindestrich, ist hier Programm und wie ein Bindeglied, ein Verbindungselement zu verstehen. In diesem Fall: zwischen den Szenen, den Stilen, den Kulturen, den Menschen; wie sie tanzen, singen, feiern. Natürlich klappt eine solche globale Vereinigung am besten im Pop. Darum hat das Quartett aus Nizza sich an der Strahlkraft einer der Größten orientiert: Madonna.
Kristof Beuthner

Hyphen Hyphen

Times

Release: 11.11.2016

℗ 2015 Parlophone / Warner Music France, a Warner Music Group Company except tracks 13 & 14 (P) 2016 Parlophone / Warner Music France, a Warner Music Group Company

Kevin Devine »Instigator« (Big Scary Monsters / Al!ve)
Ach Kevin, wenn doch nur jeder so gute und treffende Worte wie du finden würde! Wie unpeinlich und feinfühlig du auf deinem neunten Soloalbum im »Freddie Gray Blues« aus der schwierigen Position des weißen Sprösslings einer Polizistendynastie die rassistisch geprägte Polizeigewalt in den USA kommentierst. Der blasse New Yorker mag’s eben altmodisch und schreibt Songtexte zum Einrahmen und Melodien zum Herzzerspringen.
Nina Gierth

Kevin Devine

Instigator

Release: 21.10.2016

℗ 2016 Big Scary Monsters

Metallica »Hardwired... To Self-Destruct« (Vertigo / Universal)
Metallicas Rückbesinnung auf Old-School-Thrash-Metal, die 2003 mit dem vermurksten »St. Anger« begann und 2008 das hervorragende »Death Magnetic« hervorbrachte, setzt sich auch auf »Hardwired... To Self-Destruct« fort. Neu ist bloß, dass sie ihre präzisen Brachial-Riffs jetzt mit den Songwriting-Skills ihrer mittleren Phase ab 1991 zusammenfügen. Am meisten Spaß macht das, wenn sie an ihre Frühzeit anknüpfen, wie auf »Hardwired«, das mit seinem trockenen, schmucklosen Geknüppel beinahe vom 1983er-Debüt »Kill 'Em All« stammen könnte.
Till Stoppenhagen

Metallica

Hardwired…To Self-Destruct (Deluxe)

Release: 18.11.2016

℗ 2016 Blackened Recordings Inc., under exclusive licence to Universal International Music B.V.

Rodrigo Leão & Scott Matthew »Life Is Long« (Glitterhouse / Indigo)
Scott Matthew und der portugiesische Komponist Rodrigo Leão schaffen ein opulent instrumentiertes Album voller Pathos. Ein gelungenes Zwischenwerk. »For a light to never go out, first it must be on«. Auf dem Album nimmt uns der Australier mit in seine Schmerzenswelt. Die Motive dieser Welt bleiben Verlust, Liebe, Trauer, Hoffnung: Die großen Themen unseres Lebens, unseres Rückzugs ins Private im Angesicht des großen Schreckens. Entschuldigen Sie meine Tränen. 
Stephan Uersfeld

Rodrigo Leão & Scott Matthew

Life Is Long

Release: 18.11.2016

℗ 2016 Glitterhouse Records

Sido »Das goldene Album« (Urban / Universal)
Ach, es hätte so schön sein können: Einen witzigen Bogen vom »Arschficksong« zum Sparkasse-Rap à la Cro spannen, Abgesang, Hohnparolen, gute Nacht. Rezensent zufrieden, einmal die Sau durchs Twitter-Dorf getrieben. Doch jetzt das: Sido verbrennt das ganze Gedöns und packt radikal Qualität aufs Tapet. Wenn alles gesagt und getan ist, dann kann man sich ja wieder auf pure Klasse konzentrieren. Tut Sido dann auch. Brillantes Album. 
Marco Fuchs

Sido

Das goldene Album

Release: 18.11.2016

℗ 2016 Goldzweig Berlin GmbH, under exclusive license to Vertigo/Capitol, a division of Universal Music GmbH

Tasseomancy »Do Easy« (Bella Union / Coop / PIAS / Rough Trade)
Tasseographie ist eine Wahrsagekunst, die die Zukunft in den Mustern, die lose Teeblätter am Boden eines Gefäßes bilden, lesen lässt – eine Kunst, die die Ur-Urgroßmutter der Schwestern Lightman im zaristischen Russland praktizierte. In Kanada entdeckten Sari und Romy ein Jahrhundert später nicht nur ihre Vorliebe für in Pop gemalte, doch irgendwie auch ernst gemeinte Mystik, sondern auch die Besonderheit der musikalischen Harmonie zwischen Geschwistern.
Steffen Greiner

Tasseomancy

Do Easy

Release: 18.11.2016

℗ 2016 Bella Union

Urban Homes »Jams« (Altin Village & Mine / Indigo)
78 Minuten elektronischer Jam mit Cocktail-Schirmchen: Die Köln-Berliner Urban Homes schaffen sich eine neue Club-Heimat. Als Gesamtwerk ist »Jams« extrem tight, extrem organisch, alldieweil nie nüchtern oder berechnend. Dazu kann man prima Drogen im Club nehmen, daheim den Abwasch machen oder durch die verregnete Innenstadt laufen und an den kommenden oder vergangenen Sommer denken.
Christian Steigels

Urban Homes

Jams

Release: 18.11.2016

℗ 2016 Altin Village & Mine