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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit José González, Future Brown, Dan Deacon u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten neuen VÖs für euch gehört. Mit José González, Future Brown, Dan Deacon u.v.m.
Geschrieben am

José González
 »Vestiges & Claws« (Peacefrog / Rough Trade / VÖ 20.02.15)
González’ Songs haben die Krallen und fanden die Spuren, die er im Titel seines neuen Werks nennt – auf diesem erst dritten Soloalbum mehr denn je. »Vestiges & Claws« ist wieder wundervoll geschrieben und göttlich instrumentiert, die LP rekurriert aber auch mehr als zuvor auf die großen Errungenschaften des Folk. Das äußert sich in Songs, die deutlicher klassischen Songstrukturen folgen, aber trotzdem noch ganz den typischen Melodieführungen González’ entsprechen. Das Album zeigt sein formvollendetes Talent um eine neue Facette erweitert und ist damit das Beste, was er seiner herausragenden Diskografie hinzufügen konnte. (CS)

José González

Vestiges & Claws

Release: 17.02.2015

℗ Imperial Recordings under exclusive license to Peacefrog Holdings Ltd

Future Brown »Future Brown« (Warp / Rough Trade / VÖ 20.02.15)
Man nehme mit Fatima Al Qadiri, dem Duo Nguzunguzu und J-Cush von Lit City Trax vier Ausnahme-Produzenten, füge eine Auswahl an coolen Vokalisten wie Shawnna oder Roachee hinzu und hebe das Ganze mit einem abenteuerlichen Mix aus Grime, Reggaeton, Calypso, Trap und Dancehall unter die elektronische Grundmasse – fertig ist das selbstbetitelte Future-Brown-Debüt. Leider gibt es unter den elf Songs nicht nur einen, der abschmiert: »No Apology« ist eine jamaikanische Version von lieblosem Reggaeton, und »MVP« könnte auch von den Trey Songz dieser Welt stammen. Aber auch wenn für manche Geschmäcker in zu vielen Töpfen gerührt wurde, kann man Future Brown den Titel »Supergroup« insgesamt nicht absprechen. (JW)

Future Brown

Future Brown

Release: 23.02.2015

℗ 2014 Warp Records Limited

Dan Deacon »Gliss Riffer« (Domino / GoodToGo / VÖ 20.02.15)
Hat sich der hypernervöse Electro-Zauberer Dan Deacon auf den Vorgängern »Bromst« und »America« noch ganz avantgardistischen Klangentwürfen zwischen Klassik und Casio gewidmet, geht es nun in eine Art digitalisiertes Legoland. Alles sieht lustig aus, macht Spaß und wurde doch mühevoll und ernsthaft zusammengebaut. Mit »Gliss Riffer« hätte der bekennende Computerfreak eigentlich ein Vermögen machen können, würde er damit Nintendo & Co. für passende Jump’n’Run-Soundtracks versorgen. Deacon entledigt sich ein Stück weit seines bisherigen Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms und fühlt sich spürbar weniger der Avantgarde verpflichtet, was der Hörbarkeit entschieden guttut. Dennoch bleibt’s eine schwindelerregende Angelegenheit. (KM)

Dan Deacon

Gliss Riffer

Release: 23.02.2015

℗ 2015 Domino Recording Co Ltd

THEESatisfaction »EarthEE« (Sub Pop / Cargo / VÖ 20.02.15)
Stasia Irons und Catherine Harris-White haben für den Nachfolger von »Awe Naturale« Versatzstücke aus Neo-Soul, Jazz, Funk, Electronica und Rap zu einer verwirrend verworrenen Zukunftsmusik vermengt, in der honigsüße Synthie-Arrangements und knochentrockener 1990er-BoomBap genauso Platz haben wie futuristischer Funk und schwere Räucherstäbchen-Beats. Die musikalische Diversität macht einen in ihrer Unentschlossenheit ganz dusselig in der Birne, angesichts des vertrackten Songwritings der beiden, das zwischen A wie Afrozentrismus und Z wie Zwischenmenschlichem oszilliert, aber durchaus Sinn. »EarthEE« ist eine anspruchsvolle Platte, die sich selbstbewusst dem Larifari-Großraumdisco-Rap’n’B entgegenstellt. Sollte es öfter geben. (JW)

THEESatisfaction

EarthEE

Release: 24.02.2015

℗ 2015 Sub Pop Records

Locas In Love »Use Your Illusion 3 & 4« (Downbeat / Warner / VÖ 20.02.15)
Sätze wie »Ich werde dich enttäuschen. Nicht, weil ich es will, sondern weil ich so bin« sind auch auf dem sechsten Album der Kölner wieder ihre stärkste Waffe. Locas In Love sind Meister darin, Plattitüden wie diese sinnhaft umzudeuten. So wird das von den Smiths adaptierte »Da ist ein Licht« vom Hoffnungsspender zum Blender, weil die Band den Scheinwerfer auf Charaktermerkmale dreht, die uns unangenehm an uns selbst erinnern. Da reckt das Album den Stinkefinger und drückt energisch in unseren Wunden herum. Weil die Texte und der Gesang auf »Use Your Illusion 3« so zentral sind, halten die Locas auf »Use Your Illusion 4«, dem zweiten Teil der Doppel-CD, einfach mal den Mund. Instrumental ist eine schöne Sprache, und es gibt genug Filme im Kopf, die untermalt werden wollen. (KP)

Locas In Love

Use Your Illusion 3 & 4

Release: 23.01.2015

℗ 2015 Downbeat Records / Warner Music Group Germany Holding GmbH / A Warner Music Group Company

Alcoholic Faith Mission »Orbitor« (Haldern Pop / Rough Trade / VÖ 20.02.15)
Eine andere Band sind die gläubigen Trinker mit »Orbitor« nicht geworden – trotz vier Jahren Schaffenspause. Immer noch schustern sie treibende Songs zusammen, mit wunderbaren Melodien, packenden Synthie-Figuren und gefühlvollen Texten, vorgetragen durch Thorben Seierø Jensens Falsett und Kristine Permilds Engelsstimme. Und doch stoßen dieses Mal einzelne Songs sauer auf, »Everyone’s Got Dynamite« oder »The Best Day Of My Life« etwa. Fast so, als hätte die lange Pause dazu geführt, dass stellenweise die Leichtigkeit verloren gegangen und verkopfte Überambition eingekehrt ist. Die im Opener gestellte Frage »Am I good enough for you?« muss trotzdem mit einem »Verdammt noch mal, ja!« beantwortet werden. (MW)

Alcoholic Faith Mission

Orbitor

Release: 20.02.2015

℗ 2015 Haldern Pop Recordings

Donots »Karacho« (Vertigo Berlin / Universal / VÖ 20.02.15)
Das neue und erste deutschsprachige Album der Band, ist dagegen weder charmant, noch hat es was mit Punk zu tun. Die Donots werden hier zu Die Toten Hosen 2.0. Was sollen bloß die Stadion-Chöre? Und diese vollkommen übertriebenen Gitarren-Soli? Es gibt auf der Platte einen Halb-Hit, »Hier also weg«, der zeigt, dass die Donots auch schrammelig und schnell sein können. Und auch ein Titel wie »Junger Mann zum Mitleiden gesucht« oder Zeilen wie »Meine Teenage Angst ist längst erwachsen« zeigen, dass kreatives Potenzial vorhanden ist. Das alles ist aber in unerträglich langweiligen und aufgeblasenen Stadionrock verpackt. Da vermisst man den nicht unbedingt tiefgängigeren, aber sympathischeren Poprock vergangener Tage. Chance vertan, leider. (JB)

Donots

Karacho (Deluxe)

Release: 01.01.2015

℗ 2015 Solitary Man Records, under exclusive license to Vertigo/Capitol, a division of Universal Music GmbH

Iamamiwhoami »Blue« (To Whom It May Concern / Rough Trade / VÖ 20.02.15)
»Blue« ist fürwahr ein atmosphärisch starkes Multimediawerk. Doch die zehn Tracks auf dem Album bräuchten den artsy Überbau eigentlich nicht, um zu Bedeutung zu gelangen. Lee schafft das auch mit ihren verschrobenen Synthesizern, den schlichten Drum-Patterns und ihrem zart gehauchten, inspirierten Gesang – das hat sie auch schon auf den Vorgängeralben »Bounty« und »Kin« bewiesen. Doch seine volle Kraft zieht »Blue« aus seinen visuellen Beigaben voller mysteriöser Wasser- und Sandlandschaften, auch weil es stellenweise so klingt, als hätte Lee ein bisschen zu oft den »Drive«-Soundtrack gehört. Letztendlich gewinnt ihre Sinnlichkeit aber gegenüber sämtlichen 1980er-Klischees und macht »Blue« zur bisher entzückendsten Platte in ihrer Diskografie. (NN)

iamamiwhoami

Blue

Release: 10.11.2014

℗ 2014 To whom it may concern.

Idlewild »Everything Ever Written« (Empty Words / Al!ve / VÖ 20.02.15)
Mit einem avancierten Sound aktueller oder gar angesagter Rockbands wollten Idlewild ohnehin nie mithalten, stattdessen näherten sie sich über die Jahre immer stärker stilistischen Vorbildern wie R.E.M. oder Teenage Fanclub an. Mit bewundernswerter Ausdauer widersetzte sich die Band stets sämtlichen Trends und Moden und schuf damit zeitlose Klassiker der Gitarrenmusik, die weder besonders retro noch hip klangen, aber immer eine große Melodie und die richtigen Power-Chords in petto hatten. Davon besitzt auch »Everything Ever Written« wieder einige, Idlewild präsentieren sich in solider Form. Aber selbst der Guardian wird ihnen nicht glauben können, dass dieses Album ein neuer Höhepunkt ihrer Diskografie sein soll. (KP)

Idlewild

Everything Ever Written

Release: 13.02.2015

℗ 2015 Idlewild, Under Exclusive License To Empty Words

The Preatures »Blue Planet Eyes« (Universal / VÖ 20.02.15)
Mal hört man die breiten Gitarren von U2, dann die kühle Pretenders-Atmosphäre, den glasklaren Gesang der Frontleute Isabella »Izzi« Manfredi und Gideon Bensen. Ab und an die geradlinige Rockröhren-Pose von Joan Jett, aber immer wieder auch perfekt arrangierte und energiegeladene Melodien. The Preatures' Debütalbum »Blue Planet Eyes« mag ein wenig zu glatt produziert sein, die Band will aber nur eines: Freude verbreiten. The Preatures haben so für sich eine vielleicht zu kalkulierte Erfolgsformel aus Catchiness, klassischem Stil und Coolness gefunden. Doch während etwa Blondie demselben Pop-Muster noch eine Spur Rotzigkeit und Dreck beimischten, fehlt genau diese Frechheit bei den Australiern. Sie bleiben stets angenehm konsumierbar. (KK)

The Preatures

Blue Planet Eyes

Release: 23.02.2015

℗ 2015 Universal Music Australia Pty Ltd.