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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Joanna Newsom, CocoRosie, Mogwai u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten neuen VÖs für euch gehört. Diesmal mit Joanna Newsom, CocoRosie, Mogwai u.v.m.
Geschrieben am
Joanna Newsom »Divers« (Drag City / Rough Trade)
Wem Newsom bisher zu verschroben war, findet hier einen neuen Einstieg in ihre Musik, und wer sie eh schon mochte, wird ihr erneut verfallen. Ich liebe dieses Album. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dies nicht allen anderen Menschen auf der Erde genauso gehen wird. (HR)
CocoRosie »Heartache City« (Lost Girl / Indigo)
Die Schwestern legen mit ihrem sechsten Album ihre bis dato stringenteste und poppigste Song-Sammlung vor, deren brüchige Schönheit mit ein bisschen Glück auch endlich außerhalb des Fan-Universums wahrgenommen werden könnte. Nach den elektronischen Ausschweifungen des heterogenen Vorgängers »Tales Of A Grass Widow« klingen die zehn Songs auf »Heartache City« wieder reduzierter und strukturierter, ohne jedoch an Raffinesse einzubüßen. (KP)
Mogwai »Central Belters« (Rock Action / PIAS / Rough Trade)
Epischer Postrock für die ganz großen Gefühle und tonnenschwere Sound-Massen, gepresst auf drei CDs oder wahlweise sechs LPs: Ein massives und eindrucksvolles Werk, das mit mehreren Whiskeys des Abends am knisternden Kamin genauso schmeckt, wie es dröhnend laut auf den Kopfhörern durchs schottische Hochmoor stapfend die Seele befreit: Gratulation, ihr lieben unaufhörlichen Quälgeister, und danke für 20 Jahre Musik, die einen immer noch in den tiefsten Eingeweiden packt und jeglichen Dreck aus der Hütte des Alltags bläst! (KK)
Dave Gahan & Soulsavers »Angels & Ghosts« (Columbia / Sony)
Bei Depeche Mode machten die kühlen, düsteren Sounds insbesondere des Spätwerks Gahans quasireligiöse Selbstinszenierung genießbar. Bei den Soulsavers hingegen fehlt dieses Gegengewicht – und die eigentlich gelungenen Songs kippen in schwülstigen Kitsch. Mit dem trockenen, unprätentiösen Gesang eines Mark Lanegan funktionierte dieser Breitwand-Pop zwischen TripHop, Gospel und Alternative Rock deutlich besser.  (TS)
Fat Freddy’s Drop »Bays« (The Drop / Indigo)
Nach wie vor bleibt zu konstatieren, dass diese Musik lauter scheinbare Gegensätze in sich vereint: dass sie Kopf, Bauch und Beine gleichermaßen triggert und hochsensibel, tiefenentspannt und lustbetont zugleich ist. (Wer sonst kann so überzeugend Songs über Essen machen?) Und dass es ihr definitiv gelingt, gleichzeitig mitreißend und arschcool zu sein. Wenn es jemand schafft, die Welt mit einem Sound zu retten, dann sind das Fat Freddy’s Drop! (CG)


Halma »Granular« (Kapitän Platte / Cargo)
Was die Hamburger Band zwischen ihren spar- und bedachtsam gesetzten Tönen entstehen lässt, ist ein Klangraum, in dem man sich sehr schnell und sehr gerne verliert. Repetitive, an elektronische Musik angelehnte Strukturen, Anklänge an Kraut- und Postrock: Damit sind die sechs sich sehr langsam und schichtweise entwickelnden Instrumental-Tracks in etwa umrissen. Ihre Wirkung lassen solche Umschreibungen aber nicht mal ansatzweise erahnen: Intensiv, hypnotisch, meditativ trifft es wahrscheinlich am besten. (TS)
Half Moon Run »Sun Leads Me On« (Glasnote / Caroline / Universal)
»Sun Leads Me On«, geschrieben und aufgenommen in der kalifornischen Sonne, erreicht keinesfalls die vielschichtige Klasse des Vorgängers. Zwar präsentieren sich Tracks wie das malerische »I Can’t Figure Out What’s Going On« und das an Foals erinnernde »Trust« in gewohnter Half-Moon-Run-Manier; dass sich das Quartett mit diesem Album neu definieren wollte, hört man ihm dennoch an. (NN)
Diverse »Kein Mensch ist illegal« (Unter Schafen / Al!ve)
Die Titel stammen vor allem aus dem Band-Fundus der letzten drei Jahre, einzig »Durch die Wüste« der Scherben hat schon vier Dekaden auf dem Buckel. Die Erlöse des Verkaufs gehen zu 100 Prozent und zu gleichen Anteilen an die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl und das Netzwerk Kein Mensch ist illegal. Unzählige Vorbestellungen zeigen, dass Löwensteins Plan aufgeht. (PI)