×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit George Ezra, Jack White, Jenny Wilson u.v.m

Die besten Platten der Woche

Wir haben wie immer die wichtigsten Platten der Woche für euch gehört. Diesmal mit George Ezra, Jenny Wilson, Lingua Nada, Jack White u.v.m.

Geschrieben am

George Ezra »Staying At Tamara’s« (Columbia / Sony)
Natürlich spielt George Ezra hier, mehr noch als auf seinem Debütalbum, Pop klarsten Wassers. Das ist ihm auf »Staying At Tamara’s« aber weitgehend gut gelungen. Zwar verliert er sich zu Beginn der Platte, etwa bei der Single »Don’t Matter Now«, noch in Seichtheit, nach und nach gewinnen seine Stücke aber an Substanz. Das liegt natürlich zuvorderst an seiner wunderbaren, kratzend tönenden Stimme, mit der man eigentlich keine schlechten Lieder singen kann.
Henrik Hamelmann

George Ezra

Staying at Tamara's

Release: 23.03.2018

℗ 2018 Sony Music Entertainment UK Limited

Jack White »Boarding House Reach« (XL / Beggars / Indigo)
Auch wenn sich also hin und wieder entrückte Schrullen ihren Weg bahnen, ist White an anderer Stelle hochaktuell und bekundet auf »Respect Commander« seine Abneigung gegenüber jenen Chauvinisten, denen der #metoo-Knall entgangen ist. Bei all dem kakofonischen Quatsch, den White hier mitunter aufzieht, ist vieles auch großartig gelungen. Das flirrende Soul-Stück »Why Does A Dog?« beispielsweise genauso wie die feinfühlige Paul-McCartney-Hommage »Homoresque«, die den Amerikaner auf der Höhe seiner Kunst und von einer bisher unbekannten reifen und emotionalen Seite zeigt.
Kai Wichelmann

Jack White

Boarding House Reach

Release: 23.03.2018

℗ 2018 XL Recordings

Jenny Wilson »Exorcism« (Gold Medal / Broken Silence)
Jenny Wilson thematisiert auf ihrem neuen Album die psychische Hölle, die sie nach einem sexuellen Übergriff durchleiden musste. Das Eröffnungsstück »Rapin*« ist mit all den überraschenden Finten ein geglückter Neuentwurf des skandinavischen Synthie-Pop à la Robyn und zugleich ein knallharter Schlag in die Magengrube. Zum Ende des Albums wiederholt Wilson im wundervollen »Forever Is A Long Time« die Worte »It’s gonna be alright« und findet mit diesem kleinen Mantra einen hoffnungsvollen Abschluss dieser persönlichen Tour de Force.
Sebastian Jegorow

Jenny Wilson

Exorcism

Release: 23.03.2018

℗ 2018 GOLD MEDAL RECORDINGS

Cavern Of Anti-Matter »Hormone Lemonade« (Duophonic / Rough Trade)
Wer Cavern Of Anti-Matter kennt, weiß, dass sie sich allem Kraut zum Trotz im organischen Wildwuchs nicht heimisch fühlen. Eher gilt ihre Leidenschaft dem verlässlichen Puls einer Instrumentalrobotik, in der selbst die spritzigsten Obertöne noch unbedingte Kontrolle ausstrahlen. Es ist verflixt einfach, hier vor lauter Metrum die kindliche Neugier der Musiker zu überhören – und ihre schnörkeligen Handschriften zwischen den schnurgeraden Zeilen zu überlesen. Aber wer wird denn schon am falschen Ende sparen?
Valentin Erning

Cavern of Anti-Matter

Hormone Lemonade

Release: 23.03.2018

℗ 2018 Duophonic

IAMJJ »Bloody Future« (Warner)
Seine hypnotisch-tiefe Stimme wandelt auf der Schwelle zwischen Hommage an und Cover von Popgrößen wie Nick Cave oder Leonard Cohen. Schwer pochende Bässe und bittersüße Arrangements lassen IAMJJs Songs zu theatralischen Pop-Hymnen werden. Auch wenn sich die 13 Tracks von »Bloody Future« stilistisch in die unterschiedlichsten Genres und Stimmungen vortasten, bleibt das düster-schmerzvolle Konzept der Platte durchweg präsent.
Miriam Fendt

IAMJJ

Bloody Future

Release: 23.03.2018

℗ 2018 Mermaid Records, under exclusive license to Warner Music Group Germany Holding GmbH / A Warner Music Group Company

Lingua Nada »Snuff« (Kapitän Platte / Cargo)
Klar, Alter. Nach Angaben von Sänger und Mastermind Adam Lennox jr. sollte »Snuff« ein richtig eingängiges Pop-Album werden. Irgendwas ist auf diesem rund 40 Minuten langen Roundtrip durch die Welt der psychedelischen Drogen, harten Alkoholika und abgelaufenen Süßigkeiten also grandios schiefgelaufen. »I’m on a trip, Sir.« Ja, kann ich hören. Nie fassbar, superlaut, superpräzise und superdurchgeknallt kommt die Band mit Hauptquartier Leipzig daher.
Christian Steigels

Lingua Nada

Shapeshift

Release: 01.09.2016

℗ 2016 Lala Schallplatten

Preoccupations »New Material« (Jagjaguwar / Cargo)
Preoccupations haben ihre Lust am Experiment mit einem gewissen Minimalismus und genug Bauchgefühl versehen, und mit dieser Kombination vermeiden sie es, wie eine Joy-Division-Coverband zu klingen, obwohl die Trostlosigkeit nicht nur in den Lyrics Flegels allgegenwärtig ist. »Disarray« und »Solace« lassen melodiös zwar etwas die Sonne rein, doch es gibt einfach kein Entrinnen vor der tiefgehenden Schwermut.
Timo Weber

Preoccupations

New Material

Release: 23.03.2018

℗ 2018 Jagjaguwar

The Boxer Rebellion »Ghost Alive« (Absentee)
Kein Album klingt bei den Briten wie das andere. Zuletzt entdeckten Nathan Nicholson und seine Band den Synthesizer für sich, nur um ihn mit »Ghost Alive« gleich wieder einzumotten. Der hochemotionale Indie-Pop der Londoner erfährt nun eher ein Downgrade und präsentiert sich auf dem sechsten Album reduziert und kathartisch wie nie. »Ghost Alive« ist ihr bestes Album seit Jahren und wirft abermals die Frage auf, warum diese Band nicht längst Headliner auf den ganz großen Festivals ist.
Kristof Beuthner

The Boxer Rebellion

Ghost Alive

Release: 09.03.2018

℗ 2018 Absentee Recordings

The Cool Quest »Vivid« (Phonic / Soulfood)
Auf einer Welle des Erfolgs surfen The Cool Quest gerade über ihre niederländische Heimat hinweg. Und die muss noch nicht mal an den Landesgrenzen abebben, denn besonders live hat die Band aus Zwolle ihre Qualitäten bereits nachhaltig bewiesen. Ihr zweites Album »Vivid« bündelt nun alle ihre Begabungen in einem unverschämt eingängigen Sound, der HipHop mit Funk und Pop zu einer ganzen Reihe von Hits verbindet. Schon die Opener »Runnin’« und »Goodlife« setzen dafür direkt zu Beginn eindeutige Marken.
Henrik Hamelmann