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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Fraktus, Alligatoah, Placebo u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten neuen VÖs für euch gehört. Diesmal mit Fraktus, Alligatoah, Placebo u.v.m.
Geschrieben am
Fraktus »Welcome To The Internet« (Staatsakt / Caroline / Universal)
Jeder der drei hat für seine Figur ein paar Lieder gestrickt, die aber diesmal auch unabhängig von dem Kontext Fraktus als Schamoni-, Strunk-, Palminger-Songs goutiert werden können. Da sich vermutlich keiner die Blöße geben wollte, neben seinen Kollegen abzustinken, versammeln sie hier nur die besten Ideen, Sounds und Gags. »Freunde sind friends« kannte man bereits, und auch die Platte »Sie nannten ihn Dreirad« von Heinz Strunk, die dieses Jahr bei Audiolith erschien, nimmt schon etwas von dieser Gemeinschaftsproduktion vorweg, aber dennoch ist der Überraschungsfaktor sehr hoch und eben auch das Niveau. Bestes Studio-Braun-Album seit den frühen Otto-Platten der 1970er.  (LV)

Fraktus

Welcome to the Internet

Release: 06.11.2015

℗ 2015 Staatsakt.

Alligatoah »Musik ist keine Lösung« (Trailerpark / Groove Attack)
Wie er sich hier einmal quer durch alle Schichten schauspielert, ist große Kleinkunst, die deutscher Rap leider viel zu häufig vermissen lässt. Natürlich ist die komödiantische Kostümierung nicht jedermanns Sache – genau wie vermutlich auch die Musik. Die Arrangements eignen sich wunderbar als Grundlage für die textlichen Hirngespinste, während sie den 08/15-HipHop-Hörern vermutlich die Haare zu Berge stehen lassen. Aber genau die haben Alligatoah vorher auch schon nicht verstanden. (JW)

Alligatoah

Musik ist keine Lösung (Deluxe Version)

Release: 27.11.2015

℗ 2015 Trailerpark

Placebo »MTV Unplugged« (Vertigo Berlin / Universal)
Ein wirklicher Gewinn ist das Video-Footage von diesem Konzert: nicht wegen der netten Licht-Effekte oder der schicken schwarzen Oberbekleidungsvariationen der Künstler, vielmehr zeigt sich der dunkle Lord Molko hier von seiner bestgelaunten Seite. Er scherzt und lacht, strahlt und feixt und hat offenbar wirklich Spaß an der Sache. Dann konstatiert er auch noch in einer seiner Ansagen, dass ohnehin das Unvollkommene ja eigentlich das einzig Vollkommene sei – was allerdings nicht für das Cover von »Where Is My Mind?« am Schluss gilt: Das ist schlichtweg perfekt gelungen und rechtfertigt alleine schon dieses Album. (CG)

Placebo

MTV Unplugged (Live)

Release: 27.11.2015

℗ 2015 Elevator Lady Ltd., under exclusive license to Vertigo/Capitol, a division of Universal Music GmbH

Lubomyr Melnyk »Rivers And Streams« (Erased Tapes / Indigo)
Schon nach wenigen Minuten endet das Hören – und das Spüren beginnt. Man muss kein Kenner klassischer Musik oder dergleichen sein, um an diesen Punkt zu gelangen. Denn was Melnyks alte Finger da auf die Tasten bringen, ist nichts anderes als ein – auch im wörtlichen Sinne – mitreißendes Naturschauspiel. (VE)

Lubomyr Melnyk

Melnyk: Rivers and Streams

Release: 27.11.2015

℗ 2015 Erased Tapes Records Ltd.

Le1f »Riot Boi« (XL / Beggars / Indigo)
Auf »Riot Boi« findet sich auch eine Menge gute Laune. Vor allem in »Koi«, dessen zuckriges Pop-Arrangement von PC Musics Sophie an eine geplatzte Gummibärchentüte erinnert und die perfekte Grundlage für Le1fs Partyeskapaden liefert. »Cheap« fungiert als ambitionierter Gegenentwurf zum bisweilen inspirationslosen Auto-Tune-Geblubber von Young Thug und Konsorten, während »Taxi« und »Change« den Hörer gegen Ende als benebelte Afterhour-Tunes angenehm beschwipst nach draußen begleiten. Das Schöne: Nach den Mixtapes und EPs sowie Features und Auftragsproduktionen der letzten Jahre bekommt man mit »Riot Boi« endlich mal einfach nur Le1f – und das ist gut. (JW)

Le1f

Riot Boi

Release: 13.11.2015

℗ 2015 Terrible Records

Sophie »Product« (Numbers)
Samuel Long alias Sophie breitet seine bizarr überspannten ADHS-Miniaturen mit »Product« (Numbers) nun auch auf Albumlänge aus. Das ist genauso genial wie schwer genießbar: Wer Rustie oder Hudson Mohawke schon für aufgekratzt hielt, wird in Anbetracht dieser wahnwitzigen MIDI-Symphonien schnell erschöpft kapitulieren oder in debiler Glückseligkeit versinken. Kurz: Die Nähe zu AG Cooks hochartifiziellem Label-Entwurf PC Music kommt nicht von ungefähr, schließlich entspringen Longs verstiegene Pop-Interpretationen doch genau jener Londoner Schule. (PF)

SOPHIE

Product

Release: 27.11.2015

℗ 2015 Numbers

Pelzig »Medium Cool World« (Cargo)
Man bekommt das Gefühl, dass ihr fortgeschrittenes Alter der Glaubwürdigkeit und Dringlichkeit ihres Vortrags einen zusätzlichen Schub verleiht. Sie vollenden ein hochklassiges Albumbeispiel für einen Stil, den man lange nicht mehr hörte, nach »Medium Cool World« aber plötzlich seltsam schmerzhaft vermisst. (CS)

Pelzig

Medium Cool World

Release: 02.10.2015

℗ 2015 Cargo