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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Die Antwoord, AlunaGeorge, Preoccupations u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten VÖs für euch gehört. Diesmal mit Die Antwoord, AlunaGeorge, Preoccupations u.v.m.
Geschrieben am
Die Antwoord »Mount Ninji And Da Nice Time Kid« (Zef / Rough Trade)
Der Vorwurf, Die Antwoord seien nur live oder in Verbindung ihrer Videoclips so richtig geil, greift schon lange nicht mehr. Inzwischen kennt man die Bilderwelt, die Ninja, Yolandi Visser und DJ Hi-Tek mit dem Künstler und Fotografen Roger Ballen kreiert haben. Wenn es bisher also nur für die Single »Banana Brain« ein gewohnt irres Video gibt, muss bei den restlichen Tracks eben das Kopfkino ran und sich Horror-Lolitas, Ninja-Prolls, blutende Freaks und hochglanzgefilmten White Trash selbst bauen. Das klappt auf »Mount Ninji And Da Nice Time Kid« besser denn je.

Die Antwoord

Mount Ninji and da Nice Time Kid

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Zef Records, LLC

AlunaGeorge »I Remember« (Interscope / Universal)
Boom-Boom-Boombast von den Balearen, karibisches Cajon-Geklapper, hoch- und runtergepitchte Vocalsample-Massaker oder wahlweise auch mal synthetische Saxophon-Salven in den Refrains – eigentlich fährt »I Remember«, das zweite Album von AlunaGeorge, mit all jenem eklektizistischen Einheitsbrei auf, der schon das Anspielen der aktuellen Top-30-Charts unmöglich macht. Aber Aluna Francis und George Reid schaffen es, diese Elemente aus dem 2016er-Popkompositionsbaukasten irgendwie schlauer, charmanter und letztendlich schöner zusammenzubasteln als die MØs, Major Lazers und Mike Perrys dieser Welt.

AlunaGeorge

I Remember

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Island Records, a division of Universal Music Operations Limited and Interscope Records

Preoccupations »Preoccupations« (Jagjaguwar / Cargo)
Das zweite Album des Garage-/Punk-Quartetts aus Calgary schreit förmlich nach Herzschmerz, Leid und Trauer. Schon der zweite Song »Monotony« krächzt an allen Ecken und Enden und löst sich am Ende mit der Zeile »Get the hell out of the street« doch noch von Dur nach Moll auf. War das Debüt noch euphorisierend und etwas mehr auf den Moshpit ausgelegt, geben sich Preoccupations nun gänzlich der lethargischen Düsternis hin.

Preoccupations

Preoccupations

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Jagjaguwar

Mykki Blanco »Mykki« (!K7 / Dogfood / Indigo)
Acht Jahre nachdem Michael Quattlebaum Jr. die Person Mykki Blanco erschuf, erscheint das Debütalbum »Mykki«, das vorab schon mit dem emotionalen Kurzfilm zum Song »High School Never Ends« die Erwartungen hochgesteckt hat. Blanco ist eben nicht nur musikalisch, sondern auch visuell ein Ausnahmetalent. Auf »Mykki« bleibt nur das vertonte Erlebnis, aber auch das beeindruckt maßlos.

Mykki Blanco

Mykki

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Dogfood Music Group

Trentemøller »Fixion« (In My Room / Rough Trade)
Warum immer das Rad neu erfinden wollen? Für Anders Trentemøller geht es bei seinem vierten Album schlicht darum, dem eigenen musikalischen Universum mehr Platz zu gewähren, zwischen Synthie-Minimalismus und aggressiveren Electro-Punk-Momenten noch mehr romantischen Kitt auszustreichen. Minimale Veränderungen offenbaren sich eher in Details, insgesamt wirken die Kompositionen im konstanten Mix aus trägen Retro-Synthesizern und knappen Drum-Loops sehr aufgeräumt und kalkuliert.

Trentemøller

Fixion

Release: 24.06.2016

℗ 2016 In My Room

Mac Miller »The Divine Feminine« (Warner)
Wer glaubt, dass zwölf Monate nicht ausreichen, um über sich hinauszuwachsen, der wird von »The Divine Feminine« eines Besseren belehrt. Die Liebe gab Miller offensichtlich nicht nur Kraft, sondern auch Inspiration für neue, einzigartige Songs: »Soulmate«, »Cinderella«, »Stay«, »Skin« und zu guter Letzt »Dang!«, um nur fünf von zehn Tracks zu nennen, die Miller mit Anderson .Paak, Kendrick Lamar, Ty Dolla $ign und eben seiner Liebsten Ariana Grande zustande gebracht hat. Wie groß seine Bandbreite ist, zeigen vor allem die zwei letztgenannten Stücke.

MAC MILLER

The Divine Feminine

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Warner Bros. Records Inc.

Against Me! »Shape Shift With Me« (Xtra Mile / Indigo)
Damals wie heute, auf der neuen LP »Shape Shift With Me«, spielt die Band aus Florida schnellen und melodischen Punkrock, der von Bruce Springsteen und schummrigem Lagerfeuer, Blues und Folk beeinflusst wird. Es bleiben das treibende Schlagzeug und die melodischen Gitarren, die Graces liebenswürdig und notwendig schiefen Gesang umgarnen. Against Me! halten auch trotz neuer Besetzung an Bass und Schlagzeug ihre Klasse, und das ist in diesem Fall eine absolut gute Nachricht.

Against Me!

Shape Shift with Me

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Total Treble Music LLC under exclusive licence to Xtra Mile Recordings Ltd

Patten »ψ« (Warp / Rough Trade)
Patten sind mit ihrem neuen Album »ψ« (der griechische Buchstabe Psi) darauf aus, Erwartungshorizonte und Hörgewohnheiten zu überreizen. Die weiterhin anonym auftretenden Mitglieder namens »A« und »D« haben sich mittlerweile als die führenden Musiker des Projektes herauskristallisiert – in früheren Jahren hieß es auch mal, es gäbe mehrere Zusammensetzungen Pattens. Die zwölf Tracks des Albums wirken dessen unbeachtet häufig so, als hätte eine ganze Gruppe von Menschen ihre Einflüsse zusammengeworfen und auf- und übereinandergeschichtet.

patten

Ψ

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Warp Records

Sekuoia »Flac« (Humming / Rough Trade)
Bei Produzentenalben ist es ja immer so eine Sache, ob sie einen kriegen oder nicht. Bei Patrick Madsen alias Sekuoia ist es eigentlich kaum möglich, dass seine Arbeit einen nicht kriegt. Er ist einer der Musiker, die gerne genannt werden, wenn es über den Sound der Stunde oder der Zukunft geht. Der 21-jährige dänische Produzent mit Wohnsitz in Kopenhagen kombiniert gekonnt und mit somnambuler Sicherheit Ambient-Nebelschwaden, Dubstep-Brummen, Indie-Hall-Gitarren, HipHop-Zitate und melancholische Vocal-Samples.

Sekuoia

flac (Bonus Track Version)

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Humming Records

East Cameron Folkcore »Better Off« (Grand Hotel van Cleef / Indigo)
Diese Band ist auf Dringlichkeit abonniert, sonst fänden sie auch nicht zu diesem Sound, der wie eine punkige Big-Band-Version der Two Gallants klingt, mit einem Sänger, der den Soul-Turbo anschmeißen kann, wenn ihn die Dringlichkeit zu zerreißen droht und dem alle Menschen mit Emotionen dann schutzlos ausgeliefert sind. Das in Kombination mit guten, in den Texten festgehaltenen Gründen macht das Rezept auch beim vierten Album noch unwiderstehlich mitreißend.

East Cameron Folkcore

Better Off

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Grand Hotel Van Cleef

Kytes »Heads And Tails« (Filter / Sony)
Auf Nummer sicher zu gehen, lautet offenbar die Devise von Kytes: Solider Indie-Rock à la Strokes, eine Prise Versponnenheit wie bei Phoenix und tanzbarer Electro erschaffen ein erschreckend perfektes Musikmonster. Kytes sind zu offensichtlich darum bemüht, nichts falsch zu machen. Dem ganzen Album ist anzumerken, dass die Songs nur darauf angelegt sind zu funktionieren: Auf Festivals, im Radio, auf der Tanzfläche. Wer Musik als Serviceleistung sieht, wird Kytes gerne konsumieren. Und alle anderen so: Oh je.

KYTES

Heads and Tales

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Filter Music Group

Sin Fang »Spaceland« (Morr / Indigo)
So klingt es also, wenn ein Isländer zu viel Frank Ocean, The Weeknd und Drake hört. Die Dynamik, das Songwriting, die immanente Körperlichkeit und Sexualität des vielleicht innovativsten Genres der letzten Jahre hört und spürt man zwar jederzeit, jedoch ist irgendwas anders. Ex-Seabear-Frontmann Sin Fang aka Sindri Már Sigfússon und Sigur-Rós-Frontmann Jónsi verpassen der Contemporary-R’n’B-Produktion nämlich einen kristallinen Schleier.

Sin Fang

Spaceland

Release: 16.09.2016

℗ 2016 Morr Music