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Mit Antilopen Gang, Antony And The Johnsons, HGich.T u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten neuen VÖs für euch gehört. Mit Antilopen Gang, Antony And The Johnsons, HGich.T u.v.m.
Geschrieben am
Antilopen Gang »Aversion« (JKP / Warner / VÖ 07.11.14)

Alles, was die Antilopen Gang in all den Jahren ihrer Existenz jemals gewesen ist, findet sich gespiegelt und verdichtet auf »Aversion«, dem ersten »richtigen« Album der besten HipHop-Crew dieses kaputten Landes. »Aversion« ist Beginn, Krönung und logische Fortführung der Karriere einer Band von getriebenen Außenseitern, die zu nichts anderem zu gebrauchen sind. Wer davon überfordert ist, für den gibt es ja noch genug anderen Schrott da draußen. (BW)

Antilopen Gang

Aversion

Release: 07.11.2014

℗ 2014 JKP Jochens Kleine Plattenfirma GmbH & Co. KG

Antony And The Johnsons »Turning« (Rough Trade / Beggars / Indigo / VÖ 07.11.14)

Antony Hegarty hat nicht nur eine außergewöhnliche Stimme, sondern nutzte seine Musik auch immer, um klassische Geschlechterrollen anzusprechen, aufzulösen und umzudeuten. Leider gerade im Pop eine heikle Aufgabe. Unter dieser Maßgabe inszenierten Antony And The Johnsons zusammen mit dem Künstler Charles Atlas schon 2006 einige aufsehenerregende Auftritte, die sich visuell um 13 Frauen drehten. Der nun erscheinende Dokumentarfilm »Turning« verbindet die gefeierten Shows mit Portraits dieser Frauen und bietet als Zugabe noch eine Live-CD des Konzerts, auf der zusätzlich mit »Whose Are These« und »Tears Tears Tears« zwei seltene Studioaufnahmen zu finden sind. (MR)

Antony & The Johnsons

Turning

Release: 07.11.2014

℗ 2014 Rough Trade

HGich.T »Megabobo« (Tapete / Indigo / VÖ 07.11.14)

Es ist verständlich, warum man ein Konzert von HGich.T besucht (Expressivität, Umarmungen, Bierduschen, Deichkind ohne Gurt). Nachvollziehbar ebenfalls, einen Clip der Band bei YouTube zu drücken. Wo aber, sorry, das Verständnis völlig erlischt, ist, wenn wie hier das Angebot aufkommt, eine dritte LP der Band zu besitzen, 15 Quatschsongs. Es gibt vertonte Lobotomie, es wird wieder in fremden Zungen (sprich Genres) gealbert, aber der Wahnwitz ist einfach bereits ausgelotet. Steile Band, eine dritte Platte hat trotzdem keinen Zweck. Bloßes Alibi für die nächste Tour. Für die wiederum besteht jegliches Verständnis. (LV)

HGich.T

Megabobo

Release: 07.11.2014

℗ 2014 Tapete Records

Deerhoof »La Isla Bonita« (Altin Village & Mine / Indigo / VÖ 07.11.14)

Seit 1994 zerlegen Deerhoof den guten alten Rock in seine angestaubten Bestandteile, nur um diesen später auf aufregende Art und Weise wieder neu zusammenzusetzen. Wer die Kalifornier schon einmal live erlebt hat, weiß um die Energie, die von den Musikern auf der Bühne ausgeht. Auch das famos betitelte zwölfte Album »La Isla Bonita« besitzt wieder die frische Energie eines Debüts. Komplexer Krach, zusammengehalten von Satomi Matsuzakis unverkennbarem Gesang und den kindlichen Melodien, die selten die Drei-Minuten-Marke sprengen. Dadurch klingen Deerhoof noch genauso ungewöhnlich gut wie zu ihren Anfangszeiten. (KP)

Deerhoof

La Isla Bonita

Release: 07.11.2014

℗ 2014 Altin Village & Mine

Theophilus London »Vibes« (Warner / VÖ 07.11.14)

Als Theophilus London 2009 auf der Bildfläche erschien, war es im HipHop noch verpönt, The Smiths zu samplen und sich mit Mode auszukennen. 2014 ist Hipster-Rap längst wieder out, KanYe West rappt auf Industrial-Instrumentals, und den Hut trägt auch jemand anderes. Anders gesagt: Andere Leute machen das, was Theophilus London damals so mutig vorangetrieben hat, heute um Längen besser. Das dürfte der Grund dafür sein, weshalb »Vibes« zwölf Stücke lang krampfhaft Kunst sein möchte, aber letztlich doch weg kann. »Vibes« klingt unterm Strich zwar nach ambitioniertem, aber auch arg angestaubtem, wenn nicht sogar altbackenem Avant-Rap, der 2014 keine cool cat mehr hinter dem Ofen hervorlockt. (JW)

Theophilus London

Vibes

Release: 24.10.2014

℗ 2014 Warner Bros. Records Inc.

Sam Amidon »Lily-O« (Nonesuch / Warner / VÖ 07.11.14) 

Der mit der Folk-Sängerin Beth Orton verheiratete Amidon unternimmt in seiner Musik immer wieder Exkurse tief in die Wurzeln klassisch folkloristischer Spielarten hinein, er behält dabei aber immer einen harmonisch sehr eigenen Songwriter-Stil bei. Auch sein viertes »offiziell« veröffentlichtes Album »Lily-O« ist wieder von dem Spagat zwischen Tradition und Avantgarde gekennzeichnet. Zusammen mit dem Jazz-Gitarristen Bill Frisell vereint er Versuche an sehr tradiertem Instrumentarium mit meditativen Arrangements und einem sehr eigenen Storyteller-Ansatz und schafft damit eine Atmosphäre, die so packend wie frei wirkt. Gleichzeitig gibt es heute niemanden, der die Tragik und Bürde amerikanischer Geschichte so unmittelbar in Songs fassen kann. (CS)

Sam Amidon

Lily-O

Release: 26.09.2014

℗ 2014 Nonesuch Records Inc.

Einstürzende Neubauten »Lament« (BMG Rights / Rough Trade / VÖ 07.11.14)

Weil sie von der Region Flandern mit einer abendfüllenden Konzertaufführung zum Thema Erster Weltkrieg beauftragt wurden, beteiligen sich auch Einstürzende Neubauten auf den letzten Metern des Jahres noch mal an der Erinnerungsshow. Das dazugehörige Album entstand unter der wissenschaftlichen Aufsicht mehrerer Historiker, die Blixa Bargeld weitgehend unbekannte Kriegsanekdoten mit Musikbezug zuspielten. Vor allem diejenigen, die bei Wikipedia in drei Zügen von Marmelade zu Hitler kommen, dürften von der Auswahl entzückt sein, denn »Lament« löst die museale Pflichtaufgabe per Rückgriff aufs Absurde. Die Rolle der Kriegskuratoren steht den Einstürzenden Neubauten dabei übrigens erschreckend gut. (AD)

Einstürzende Neubauten

Lament

Release: 10.11.2014

℗ 2014 BMG Rights Management

Wildbirds & Peacedrums »Rhythm« (The Leaf Label / Indigo / VÖ 07.11.14)

Mariam Wallentin und Andreas Werliin stellen ihren vielschichtigen Vocals lediglich ein entfesseltes Schlagzeug entgegen. Wenn so ein Album dann auch noch »Rhythm« heißt, ist eigentlich schon alles klar. Neun Songs lang zelebriert das Duo eine ständige Interaktion aus mal schleppend, mal hektisch eingesetzter Percussion und den teils choral gedoppelten, teils bluesig puren Gesangspassagen Mariam Wallentins, deren Stimme im Grunde ja selbst ein Instrument ist. Neben Blues und Gospel speist sich dieser Sound auch aus R’n’B, Afrobeat und Tropicalia. Und weil das Songwriting auch noch exquisit ist, klingt »Rhythm« durchweg aufwühlend, spannend und sexy. Eine echte Standortbestimmung. (KB)

Wildbirds & Peacedrums

Rhythm (Bonus Track Version)

Release: 03.11.2014

℗ 2014 The Leaf Label