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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit AnnenMayKantereit, Baauer, Iggy Pop u.v.m.

Platten der Woche

Wie jeden Freitag: Die wichtigsten VÖs für euch gehört. Diesmal mit AnnenMayKantereit, Baauer, Iggy Pop u.v.m.
Geschrieben am
AnnenMayKantereit »Alles Nix Konkretes« (Vertigo Berlin / Universal)
Vor ein paar Jahren spielten die Schulfreunde AnnenMayKantereit noch an der Straßenecke oder auf der Uni-Wiese. Mit ihrem Debütalbum wird das ein für alle Mal Vergangenheit sein, obwohl sich die Kölner gern noch länger ins Studio hätten einschließen können. Liebeskummer mit dem Reibeisen war lange nicht mehr so eingängig. Dass das Songwriting keinen großen Sprung gemacht hat, sondern noch zu oft berechenbar bleibt, ist mindestens schade. Alles nix Konkretes? Nö. Die Jungs haben es geschafft. Und das verdient.

AnnenMayKantereit

Alles nix konkretes

Release: 18.03.2016

℗ 2016 Christopher Annen, Henning May, Severin Kantereit GbR, under exclusive license to Vertigo/Capitol, a division of Universal Music GmbH

Baauer »Aa« (Lucky Me / Rough Trade)
Baauer wagt sich nach einer mehr als soliden EP an die Langstrecke – und weiß dabei tatsächlich noch zu überraschen. Baauers Debütalbum »Aa« ist weitaus mehr als eine bloße Sammlung basslastiger HipHop-Instrumentalstücke – als müsse er sich noch immer von einem zweifelhaften Ruf freistrampeln.

Baauer

Aa

Release: 19.02.2016

℗ 2016 LuckyMe

Iggy Pop »Post Pop Depression« (Caroline / Universal)
Iggy Pop und Josh Homme kollaborieren! Nicht das erste »match made in heaven«, das die neuere Popgeschichte zwischen Jung und Alt zu bieten hat. Aber auf jeden Fall eine ausgemacht gute Paarung. Hier wird nicht krachig gerockt oder schnell gepunkt, sondern ein Sound destilliert, der gleichermaßen aus typischen Homme-Gitarrenriffs, Iggys Stimme, schwelgerischen Klavierteppichen und intensiven Rhythmen besteht und den beiden Köpfen der »Post Pop Depression« mehr als gerecht wird.

Iggy Pop

Post Pop Depression

Release: 18.03.2016

℗ 2016 IGHO, LLC, under exclusive license to Caroline International

Kakkmaddafakka »KMF« (Bergen Mafia / Believe / Soulfood)
Ach, lasst mich. Schon wieder gibt es nichts Herausragendes zu einer neuen Platte von Kakkmaddafakka zu sagen. Und ich habe keinen Bock, in den »Aber live sind die doch so gut«-Kanon einzuschwenken.
Auf Facebook bezeichnen Kakkmaddafakka »KMF« als ihr bestes Album, tatsächlich jedoch gehen sie einfach nur den nächsten Schritt Richtung Professionalisierung des eigenen Durchschnitts. Aber andererseits ... bald ist ja Sommer, und Festivals stehen an ... und live sind sie echt gut.

Kakkmaddafakka

KMF

Release: 26.02.2016

℗ 2015 Kakkmaddafakka

Gwen Stefani  »This Is What The Truth Feels Like« (Interscope / Universal)
Trauer hat im tanzbaren Mainstream-Pop selten Platz. Auf ihrem Comeback-Album gelingt es Gwen Stefani aber, beide Welten zu verbinden. »This Is What The Truth Feels Like« ist ein schaurig-schmerzvolles Album mit zuckersüßen Beats. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Songs in zehn Jahren auf hippen Trash-Partys gespielt werden. Nichtsdestotrotz stellt die LP ein gelungenes Comeback dar, das Pop-Appeal mit Aufrichtigkeit und Selbstreinigung mischt. 

Gwen Stefani

This Is What the Truth Feels Like

Release: 01.01.2016

℗ 2016 Interscope Records

Primal Scream »Chaosmosis« (Ignition / Indigo)
Das elfte Album der Band um Bobby Gillespie klingt überraschend unbeschwert. Was ist denn mit denen passiert? Die Zeit der mit bizarrem Kraftaufwand vollzogenen Kehrtwenden ist vorüber, mit Gästen wie HAIM, Sky Ferreira und Björn Yttling von Peter Bjorn And John werden krachende Indie-Pop-Songs mit einer typisch weiten Spannbreite zwischen Stampfrock und Electronica gespielt. Kein Statement, kein Subtext – könnte es sein, dass die Band einfach mal Spaß hat? Das gefällt und will gefallen. Darüber muss man nicht die Nase rümpfen.

Primal Scream

Chaosmosis

Release: 18.03.2016

℗ 2016 SCRM Ltd under exclusive licence to Ignition Records Ltd. A First International Release

James »Girl At The End Of The World« (BMG / PIAS / Rough Trade)
Rave-Rock-Indie is not dead! Die unkaputtbaren Mancunians James beschwören mit Ecstasy und Gitarren ihre Jugend.So sind die stärksten Songs auf dem Album entweder die, die ihre charmante Einfachheit bewahren konnten, oder aber die, die radikal den Indie-Rave-Dancefloor der 1990er heraufbeschwören. Solange die Sonne zu Stücken wie »Attention« oder »Surfer’s Song« aufgeht, wird James auch in den nächsten 30 Jahren nicht die Puste ausgehen.

James

Girl at the End of the World

Release: 18.03.2016

℗ 2016 BMG Rights Management (UK) Limited

Damien Jurado  »Visions Of Us On The Land« /Secretly Canadian / Cargo)
Herrlich: Damien Jurado entwickelt seine Traumwelt weiter. Alles hallt, alles ist retro, mit einem Drogenguss überzogen. Es glitzert, und im Wasser schreit ein Untergehender. Wundersame Instrumentierung, punktgenaue Produktion von Richard Swift und Jurado, der dazu Zeilen wie »I lost my mind, so I stepped out for a time, went for a walk on a long road to unwind« singt und aussteigt aus der Welt. Man muss sich Damien Jurado als einen wunderbaren Kauz vorstellen, irgendwo am Straßenrand rumstehend und nur darauf wartend, seine Geschichte zu erzählen. Man wird nur Fragmente verstehen. Das reicht aber.

Damien Jurado

Visions of Us on the Land

Release: 18.03.2016

℗ 2016 Secretly Canadian

Hælos »Full Circle« (Matador / Beggars / Indigo)
Weinen in der Diskothek: Die Londoner Band Hælos macht keine fröhliche Musik, an Selbstsicherheit fehlt es ihr dennoch nicht. Derart bequem ist die langsam einsetzende Kältestarre von Hælos, dass man sich fast widerwillig mitgenommen fühlt, wenn sie wie im Song »Oracle« doch mal das Tempo minimal anziehen.

Hælos

Full Circle

Release: 18.03.2016

℗ 2016 Matador

Jain »Zanaka« (Columbia / Sony)
Rumba, Reggae, HipHop, Jazz und Electro werden zu verspieltem Pop. Jain zeigt der Welt, wie das mit dem Genre-Mix funktioniert. »Zanaka« ist ein fröhliches Album, dafür müsste Jain nicht mal »Heads up for this time where fear is not a leader« singen. Macht sie trotzdem, gut so. Die meisten der Stücke bleiben nicht nur wegen sympathischer Zeilen wie dieser im Kopf, sie strotzen auch vor Eingängigkeit.

Jain

Zanaka

Release: 06.11.2015

℗ 2015 Spookland