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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

All Love's Legal

Planningtorock

Bis heute bestimmen verzerrte und zum digitalen Beat verfremdete Streicher Planningtorocks Musik – Minimal Techno, dramatisch zwischen Dance und Klassik aufgezogen. Auf dem Vorgängeralbum »W« klang das betörend, drei Jahre später etwas abgestanden.
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Janine Rostron hat als Kind Violine gespielt; bis heute bestimmen verzerrte und zum digitalen Beat verfremdete Streicher ihre Arbeit als Planningtorock – Minimal Techno, dramatisch zwischen Dance und Klassik aufgezogen. Auf dem Vorgängeralbum »W« klang das betörend, drei Jahre später, nun ja, etwas abgestanden. Aber der Künstlerin geht es auf »All Love’s Legal« vielleicht auch weniger um die musikalische als um die inhaltliche Botschaft: »Fall in love with whoever you want to«, »All love is legal, you cannot illegalize love« oder »Gender is just a lie« sind die Kernbotschaften.

Zweifellos folgt die Wahl-Berlinerin thematisch damit den queer geschulten Antony And The Johnsons und The Knife – mit Letzteren entstand bereits 2010 das gemeinsame Werk »Tomorrow, In A Year«. So impulsiv Planningtorocks tiefer Gesang ertönt, so kühl pluckern die Beats – wie eine anonyme Masse, die dem Mainstream folgt, ohne individuellem Begehren Raum zu lassen. Planningtorock reiht kurze neben lange Stücke, lehnt sich verstörend nah an sehnsuchtsvolle Klassik, um im nächsten Moment über stotternde Beats zu stolpern. Und mit dem auf Salt N’ Pepa Bezug nehmenden »Let’s Talk About Gender« gelingt gar die Flucht aus dem Judith-Butler-Seminar hinab in den Dancekeller. Ein Album mit einer super Botschaft, musikalisch letztlich aber wenig subversiv.

 

In drei Worten: Minimal / Gender / Stillstand