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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Cheesy Oper

Planningtorock

“Ick bin ein Bolton Wanderer”, singt Janine Rostron (a.k.a. Planningtorock) auf ihrem ersten Album in verschmitztem Denglisch. Und platziert dabei nicht nur eine Anspielung auf das Fußballteam ihrer bei Manchester gelegenen Heimatstadt, das mangels eigenen Stadions jahrelang von Feld zu Feld wandern
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“Ick bin ein Bolton Wanderer”, singt Janine Rostron (a.k.a. Planningtorock) auf ihrem ersten Album in verschmitztem Denglisch. Und platziert dabei nicht nur eine Anspielung auf das Fußballteam ihrer bei Manchester gelegenen Heimatstadt, das mangels eigenen Stadions jahrelang von Feld zu Feld wandern musste, sondern annonciert gleich auch ihre eigene musikalische Unvereinnahmbarkeit, die sie unbeeindruckt von Zweig zu Zweig hüpfen lässt. Denn eigentlich wollte Janine, die mittlerweile auch ihr eigenes Label Rostron Records betreibt, Konzert-Geigerin werden. Der Horror vor dem stockkonservativen Ambiente der E-Musik-Welt ließ sie aber auf die Art School in Sheffield ausweichen, bis sie nach einem Umweg über London Berlin erreichte – und wie so viele andere hängen blieb. Nachdem sie zuvor nur gesungen hatte, um live ihre Video-Performances zu begleiten, drängelte sich ihre überbordende Liebe fürs Musikmachen – “Singen ist für mich wie eine Droge” – wieder in den Vordergrund. Berliner Expat-KollegInnen wie Kevin Blechdom, Jamie Lidell oder Mocky waren begeistert von ihren absolut übergeschnappten Performances mit schrillen Hüten und Moves an der Grenze zur Zurechnungsfähigkeit. “Ich liebe die Cheesiness von Oper”, erklärt Ms. Rostron grinsend. Wer die zwölf fast klassisch vielschichtigen, vor kreischendem Glamour berstenden Songs mit ihrer beeindruckenden, androgynen Stimmenvielfalt hört, deren grandios theatralische Geste jedes Genre-Denken planiert, kapiert sofort, warum Melissa Logan nach dem Besuch eines PTR-Auftritts in Hamburg die Künstlerin unbedingt für ihr Label Chicks On Speed Records haben wollte.