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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Black Market Music

Placebo

Apokalyptische, Zierat-lose Testosteron-Gitarrenwände, die keine Gefangenen machen, treffen auf das hinreichend bekannte, quäkende, mit Polarisierungspotenzial begabte Tremolo Brian Molkos, der beim difficult third album einmal mehr klingt wie Bauhaus-Boss a. D. Peter Murphy 1979 an einem rabenschwa
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Autor: intro.de

Apokalyptische, Zierat-lose Testosteron-Gitarrenwände, die keine Gefangenen machen, treffen auf das hinreichend bekannte, quäkende, mit Polarisierungspotenzial begabte Tremolo Brian Molkos, der beim difficult third album einmal mehr klingt wie Bauhaus-Boss a. D. Peter Murphy 1979 an einem rabenschwarzen Wintertag. Bemerkenswert die Kompromisslosigkeit, mit der sich nach den Erfolgen der Vorgänger noch beharrlicher geweigert wird, nur einen Schritt auf das Bedürfnis größerer Marktsegmente nach sanfter Feierabendsäuselei und Feuerzeugromantik zuzugehen. Zugegeben, das Gros der juvenilen Texte, in denen sich das lyrische Ich als augenumschattet-glamouröses, innerlich zerrissenes gesellschaftliches Opfer des Vorurteils gegenüber der Ambivalenz inszeniert, ist nüchtern nur schwer zu ertragen. Auch eine der schlimmsten Songarten im Rock, der Drogenwarnsong („Commercial For Levi“), bedarf der Ausschaltung jeden kritischen Bewusstseins. Doch hier stehen die Zeichen halt auf Adonis und nicht auf Adorno, und schließlich wissen wir seit dem englischen Romantiker Mr. Coleridge, dass es bei Kunst immer auch um „the willing suspension of disbelief“ geht, was das Ganze sogar interaktiv macht.