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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Club Date: Live At The Paradise In Boston & Acoustic: Live In Newport

Pixies

Klar, die Pixies sind eine der größten Indiebands überhaupt gewesen, finde ich auch. Aber es sei die Frage gestattet: Müssen sie wirklich so viele posthume Veröffentlichungen über sich ergehen lassen wie 2Pac? Okay, verstorben sind die vier genialischen Bostonians natürlich nicht, Gott sei Dank. Abe
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Klar, die Pixies sind eine der größten Indiebands überhaupt gewesen, finde ich auch. Aber es sei die Frage gestattet: Müssen sie wirklich so viele posthume Veröffentlichungen über sich ergehen lassen wie 2Pac? Okay, verstorben sind die vier genialischen Bostonians natürlich nicht, Gott sei Dank. Aber soweit ich mich erinnern kann, war ihre Reuniontour zeitlich beschränkt, an neues Material hat niemand so richtig geglaubt, und die vorliegenden DVDs sind mindestens die Nummern drei und vier der Banddiskografie. Ich will mich aber nicht beschweren, schließlich hätte ich viel darum gegeben, bei einem ihrer wenigen Europakonzerte anwesend sein zu können, gerade weil mich das Kölner Dinosaur-Jr-Konzert im Sommer 2005 fast zu Tränen gerührt hatte. Deshalb ist es schön, wenigstens diese technisch absolut einwandfreien Zeitdokumente kaufen zu können. In Boston ist die Band um Frank Black in einem kleinen Club in voller Lautstärke zu sehen, in Newport spielen sie auf einer offenen Bühne direkt am Strand im Rahmen des örtlichen Jazzfestivals ihr erstes reines Akustikset ever. Die Eindrücke, die diese Konzerte hervorrufen, sind vielfältig. So wird klar, dass ihre alten Songs weder in bekanntem Gewand etwas von ihrer Sprengkraft verloren haben noch akustisch abfallen, was erst zeigt, wie einzigartig diese typische schräge Harmonie von Songs wie „Bone Machine“ wirklich ist. Außerdem wird deutlich, dass die Band sich zwar freut, nach so langer Zeit wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen, die interpersonellen Schwierigkeiten angesichts eines derart ausgeprägten Charakters wie Black aber kaum ausgeräumt sind. Er redet, der Rest hört zu, antwortet bestenfalls einsilbig und ergeben lächelnd, und man kann nur erahnen, was passiert, wenn das mal nicht so ist. Bzw. schon mal nicht mehr so war. Der Rest war vorherzusehen: Santiago und Lovering sehen besser aus als noch vor zwanzig Jahren, Black und Deal nicht. Die Spielzeit der beiden DVDs ist ausgedehnt bis zur Überspannung, und besonders das Bonusmaterial von „Club Date“ lässt den Fan mit der Zunge schnalzen – es enthält nämlich verwackeltes Videomaterial von einem der ersten Pixies-Gigs, vom 31.10.1986. Und wer da schon dabei war, kann sich das mal anschauen und vergegenwärtigen, was zwanzig Jahre so ausmachen können.