×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

O Soundtrack My Heart

Pivot

Musik, noch immer im Zeitalter der Postmoderne.
Geschrieben am
Die Musik, noch immer im Zeitalter der Postmoderne: Elektronik und ihre Texturen treffen auf Gitarren (-riffs), und wenn sich der Gesang noch weitgehend absentiert, wird das dann der Bequemlichkeit halber als "Postrock" bezeichnet.

In etwa so verhält sich das auch beim jüngsten Signing des Warp-Labels, den Australiern Pivot. Derart beschaulich wie beim Opener "October", bei dem ein Pluckern auf eine meditative Gitarrenharmonie trifft, bleibt es allerdings nicht. "In The Blood" führt schon tiefer hinein in die Kiste der Anfangstage digitaler Synthesizer, und der Titelsong präsentiert dann einen guten Querschnitt dessen, was Pivot auszumachen scheint: Gitarrenlicks und Rockgesten treffen auf Spät-1970er/Anfang-80er-Keyboardharmonien und -flächen, die man bisweilen bei den eher im Popkontext stehenden Beiträgen von Brian Eno oder auch Gary Numan, Vangelis und Jean Michel Jarre (ja doch!) gehört zu haben meint, gepaart mit dem unablässig vorwärtstreibenden Drive von z. B. Salaryman.

Dabei schrecken Pivot nicht vor den großen Gesten zurück, die allerdings auch im Gegensatz stehen zu den rhythmischen Elementen, die überwiegend im Hintergrund vor sich hin turnen. Die scheinbar im Widerstreit befindlichen Flächen, Gitarrenriffs und rhythmischen Komponenten, veranschaulicht auch an den Songtiteln ("Didn't I Furious", "My Heart Like Marching Band" usw.), finden unterschiedliche Auflösungen und legen nicht fest, wohin die Reise nun geht. Wenngleich (gerade in den melancholische Momenten) eher noch mal aufgeschichtet als abgetragen wird.