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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Don’t Forget Me, Petula! Don’t Forget Everything, Petula!«

Petula

Das elf Songs fassende neue Album ist wunderschön, wenn auch völlig zwanglos und weit weg von songschreiberischer Stringenz.
Geschrieben am

Petula machen alles falsch. Oder wie kommt man sonst noch dazu, sein Talent dermaßen zu verschleudern? Jahrelang hat Sebastian Cleemann unzählige Kleinstveröffentlichungen voll- oder in Bands wie SDNMT oder Kate Mosh mitgespielt, anstatt sich fokussiert der eigenen Karriere zu widmen. Aber wie soll man als Musiker fokussiert agieren, wenn die eigene Kunst grundsätzlich so sinnlich verstiegen und liebevoll halb ist? Im Vergleich zu allem Vorangegangenen ist »Don’t Forget Me…”, Petulas zweites Album, nun doch verhältnismäßig fokussiert. Cleemann spielt, unterstützt von ClickClickDeckers Oliver Stangl, mit knusperfolkigen E-Gitarrenminiaturen, mit Loops, sonstwo aufgenommenen Geräuschen und einer Menge Ideen zum Niederknien, und er singt dazu mal wie Thom Yorke, mal wie die Fleet Foxes oder wie Team Me.

Das elf Songs fassende Resultat ist wunderschön, wenn auch völlig zwanglos und weit weg von songschreiberischer Stringenz. Es zeigt Cleemann als Vollblutkünstler, wenn das Wort nicht so blöd wäre. Er kann so viel, er gibt sich nur keine Mühe, seiner Musik Konturen zu geben. Täte er das, hätte er Indie-Hits. Aber insgeheim ist es mir und den wenigen anderen KenntnisträgerInnen so doch lieber.

In drei Worten: Spiel / Sinnlichkeit / Schlampe