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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Going To Where The Tea Trees Are

Peter Von Poehl

Dass Peter Von Poehl auch als Produzent arbeitet (z. B. für Florian Horwath), hört man seiner Arbeit als Musiker an. Es gibt ja dieses alte Schlagwort vom Studio als Instrument und vom Produzenten als unsichtbarem Bandmitglied; hier ist es am Platz wie selten. Diese Konstellation führt die Musik im
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Dass Peter Von Poehl auch als Produzent arbeitet (z. B. für Florian Horwath), hört man seiner Arbeit als Musiker an. Es gibt ja dieses alte Schlagwort vom Studio als Instrument und vom Produzenten als unsichtbarem Bandmitglied; hier ist es am Platz wie selten. Diese Konstellation führt die Musik im Allgemeinen in eine psychedelische Richtung, schon allein, weil das Soundexperiment weiter in den Vordergrund tritt – im Vergleich zur vermeintlichen Authentizität einer live eingespielten Aufnahme. Was Peter Von Poehl hier aus sich, dem Studio und seinen Musikern herausholt, das braucht sich nicht zu verstecken hinter Produktionen eines Dave Fridmann, so fantasievoll und unaufdringlich vielschichtig ist es. Und, um mit dem Reizwort Psychedelik nicht missverstanden zu werden: Damit ist hier solche Musik gemeint, die den Pop auf links dreht, wie die der Flaming Lips oder Beatles z. B., nicht das redundante Gegniedel, das man darunter auch verstehen kann. Diese Platte ist in ihrer komplexen Schönheit nicht einfach zu erfassen, sie wirkt nicht direkt, auf ihre Subtilität muss man sich erst einmal einlassen. Selbst wo sie mit Klischees nicht geizt, retten Melodieführung und die großartigen Bläsersätze die gewagten Hochseilnummern vor dem Absturz. Und man muss doch sagen: Sich so weit aus dem Fenster zu lehnen und damit auch noch durchzukommen, dazu braucht es einiges.