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»Vision«

Pet Symmetry

Auf ihrem zweiten Album zeigen sich Pet Symmetry hinterhältig und ironisch, stilistisch kaum greifbar und musikalisch sehr gut. 
Geschrieben am
Alles ist Lüge. Reine Behauptung. Oder zumindest Auslegungssache. Liebe, Leben, Krieg und Frieden, Glück und Schmerz: alles eine Frage der Interpretation. Man nehme nur den Frühling. Was für ein meteorologisches Monstrum der Unverlässlichkeit! Verheißungsvoll, frisch und licht, aber im Kern doch immer uneigentlich und tückisch. Oder was soll man von einer Jahreszeit halten, die einen am frühen Morgen das dicke Paar Winterfäustlinge missen lässt, mittags mit sengendem Brüten für den Leichtsinn bestraft, diesen Zeichen zu vertrauen, nur um einem kurz darauf mit Fäusten voller Hagel die Fresse zu polieren? Eben. Und diese Schlingel hier? Diese als Band getarnte Schelmentruppe aus Chicago, die mit ihrem zweiten Album zurückkehrt, als hätte man danach verlangt? Die einen mit ihren vermeintlich eindeutigen Feelgood-Smashern im Spannungsfeld von Emo, Wellness-Punk und Indie-Verschmitztheit an die Hand nimmt, auf einen ausgedehnten Spaziergang durch lieb gewonnene Nachbarschaften führt, nur um einem plötzlich eine Pferdemaske aus muffeligem Gummi überzuziehen, die Hosen anzuzünden und den ganzen bescheuerten Tanz auch noch auf sämtlichen sozialen Tummelplätzen teilt? Vorgeführt wird man! Schlimm ist das! Fast genauso schlimm wie der Frühling, nur ohne Allergien und Nachtfrost. Und ebenso belebend. Denn man kann Pet Symmetry einfach nicht dafür böse sein, dass sie sich auf nichts festlegen lassen wollen und doch alles zugleich sind: schalkhaft, dauerironisch und trickserhaft wandelbar. Vor allem aber sind sie einfach sehr gut. Wie die wärmende Mittagssonne nach einem kalten Schauer im Mai, der sich nicht entscheiden kann, ob er einen nur veräppeln oder lieber gleich verstümmeln will. 

Pet Symmetry

Vision

Release: 26.05.2017

℗ 2017 Polyvinyl Record Co.