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»Hermetica«

Perel

Annegret »Perel« Fiedler liefert ab. Dixon ist Fan, DFA auch. Was steht dann noch im Weg bis zur Welteroberung?

Geschrieben am

Meist findet in der Popkritik der Umstand wenig Beachtung, dass selbst die lebensbejahendste Dance-Musik häufig von ihren melancholischen Melodien lebt. Die totale Glückseligkeit geht Hand in Hand mit dem Unwohlsein im Sonst des Lebens. Auch bei einem House-Power-Puff-Girl wie Perel ist das so. Die Wahl-Berlinerin bringt auf »Hermetica«, ihrem LP-Debüt, Höhen und Tiefen eng zusammen. Das konnte man auch schon auf den drei vorangegangenen EPs begutachten, auf Albumlänge nimmt es nun aber einen recht reifen Rahmen an. Fast schon nüchtern und gekonnt arrangiert wirkt »Hermetica«. Das mag erst mal gar nicht passen; vor allem nicht, wenn man ein Instagram-Abo bei Perel bestellt hat. Auf diesem Kanal wird man nämlich mit jugendlichem Wahnsinn und Hipster-Verrücktheit zugeballert – alles sehr cool aufgemacht. Ein Klick lohnt sich immer.

Das Album hingegen ist eine Ansammlung melancholischer Pop-Hits im House-Gewand, die eindeutig auch vom Hype um Austro- und Germano-Wave der letzten Jahre geprägt ist. DJs und Digger*innen haben gerade in den letzten Monaten immer wieder tanzbare Absurditäten und Skurriles aus den 1980ern hervorgekramt, die einen ganz eigenen Twist zum englischen Wave mit sich brachten und die gute Seite der NDW ausmachten. In dieser Tradition darf man Songs wie »Si«, »Alles« oder auch »Die Dimension« sehen. Herumschwirrende Synthie-Hooks, stabile Bassläufe und Perels naiv-sexy Gesang sind die Zutaten, die »Hermetica« zum Hit-Album machen. Verschrobenes wie »PMS« oder »Signum Viridi« wiederum haben das Zeug zu modernen Klassikern. Was kann man da anderes tun, als viel Spaß zu wünschen?

Pereł

Hermetica

Release: 20.04.2018

℗ 2018 DFA LLC