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Peer Kusmagk über Die Ärzte - »auch«

Gastkritik des Monats

Mit extremer Freude habe ich bereits vor über einem halben Jahr die Information verarbeitet, dass die Ärzte 2012 endlich wieder auf Tour gehen. Konnte das doch nur heißen: Spätestens im Frühjahr dürfte auch ein Album erscheinen.
Geschrieben am

Jawohl, ich bin bekennender Ärzte-Fan – und das nun schon seit mehr als fünfzehn Jahren. Jedes Mal, wenn ein neuer Tonträger auf den Markt kommt, pflege ich das gleiche Ritual: kaufen, nach Hause rasen, Telefon ausschalten und die Scheibe so lange anhören, bis ich mindestens die Refrains textsicher mitsingen kann.
So also »auch« dieses Mal. »Läuft’s?« fragt Farin zu Beginn der Platte, und ich finde, es läuft recht ordentlich! Gleich zu Beginn nehmen Bela, Farin und Rod allen Kritikern den Wind und fragen sich in gewohnt selbstironischer Weise: »Ist das noch Punkrock?« Ist es natürlich nicht – soll es allerdings auch gar nicht sein. Stattdessen feiern sie in 16 Songs ihren ganz eigenen Deutschpop in erprobt humorvoller Manier, belächeln verwirrte Hippies (»Das darfst Du«), japanische Zeitklau-Utensilien der 90er (»Tamagotchi«) oder das Balzverhalten erwachsener Menschen (»M&F«). Insgesamt sicher kein Meilenstein in der Bandgeschichte, dafür aber ein solides Album, das das Fanherz glücklich macht – wäre da nicht diese Vorab-Single »zeiDverschwÄndung« erschienen, die die Vermutung zulässt, »auch« könnte die letzte Platte der besten Band der Welt sein.

Fordern die drei ihre Fans darin doch auf, sich gefälligst mal ein anderes Hobby zu suchen – als die Ärzte zu hören ... Der Gedanke, dass ich mein so geliebtes Ritual dieses Jahr vielleicht zum letzten Mal erleben durfte, stimmt mich traurig – und dennoch bin ich voller Vorfreude auf das dann vielleicht allerletzte Konzert in der Berliner Waldbühne ... Freudentränen der Trauer begleiten mich an diesem Abend in die Nacht.