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Paula

Paula

Deutschsprachiger Electro-Pop ist mittlerweile saudumme Gebrauchsmusik für Charts und Brieftasche, und ihre Götzen heißen Frida Gold. Post-Hipster dieses Landes, schaut auf diese Band.
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Vor mehr als zehn Jahren waren Elke Brauweiler und Berend Intelmann Stars eines neuen unschuldigen Electro-Pop (»Als es passierte«). Für Schlaue, für Romantiker, für Kaffeehäuser. Was ihrem Comeback in Originalbesetzung zum Verhängnis werden dürfte, ist allerdings, dass es jene Szenerie und jene Unschuld in diesem Sound längst nicht mehr gibt. Deutschsprachiger Electro-Pop ist mittlerweile saudumme Gebrauchsmusik für Charts und Brieftasche, und ihre Götzen heißen Frida Gold. All die Acts, die bisschen mehr Würde und Glamour in ihrem Entwurf hegen, finden sich heute vor allem noch in den non-housigen, semicoolen Gay-Disco-Schuppen gefeiert.

Dorthin sind die letzten Platten von 2raumwohnung, Mia. und Konsorten nämlich verschwunden. Ob auch Paula dieses Exil erreichen können, bleibt fraglich, ist ihnen aber zu wünschen. Denn für die Charts ist das alles viel zu liebevoll, zu subtil. Das Eröffnungsstück »Was für ein Ende« oder »1987« lassen nichts von der einstigen Faszination Paula vermissen, und Zeilen wie »Die Liebe war so tief wie das Meer unter der 747« wirken sperrig und schmiegig zugleich. Also, Post-Hipster dieses Landes, schaut auf diese Band. Hübscher, erwachsener Herbst-Pop fürs Übergangsritual aus der Szene und rein in die Bürgerlichkeit.

 

In drei Worten: Schmiegig / Bürgerlich / Hübsch